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News: Ein Licht im Plastikmüll

Kunststoffabfälle können wertvoller Rohstoff oder einfach nur Plastikmüll sein. Entscheidend ist, ob es gelingt, sie sortenrein zu sortieren. Ein kleines, bewegliches Gerät trumpft ganz groß auf bei diesem Problem. Es analysiert in Windeseile die molekulare Struktur des Materials und veranlasst den Transport in die richtige Sammeleinrichtung.
Der Chemieprofessor Edward Grant von der Purdue University verbindet seine Forschung auf dem Gebiet der Raman-Spektroskopie mit seiner Rolle als Berater der Firma SpectraCode Inc., deren Mitbegründer er ist. In seinen Kursen beschäftigen sich die Studenten mit dem Problem, wie Kunststoffe automatisch erkannt werden können. Ihre Ergebnisse fließen mitunter direkt in die industrielle Entwicklung ein.

Eine der Schwierigkeiten beim Recycling vom Plastik besteht darin, daß Verunreinigungen mit Kunststoffen anderer Sorten die ganze Ladung unbrauchbar machen können, weil sie chemisch unterschiedlich reagieren. Das neue RP-1 Polymer Identification System bietet für kommunale und kommerzielle Aufbereiter eine Möglichkeit, viele Plastikarten zu identifizieren und zu sortieren. Es besteht aus einer Sonde, die ein wenig wie ein Haarfön aussieht und mit einer mobilen Einheit verbunden ist. Das Gerät beleuchtet den Kunststoff mit einem Laser. Dadurch werden dessen Moleküle zum Vibrieren angeregt, das Material streut das Licht in charakteristischer Weise, und Sensoren fangen das Streulicht auf. Ein Computer analysiert die Daten und gibt Steuersignale an nachfolgende Sortiergeräte weiter.

Nicht einmal eine Sekunde dauert es, bis RP-1 die Art des Plastiks erkannt hat. In Kombination mit einem automatisierten System, das die Kunststoffteile auf einem Fließband plaziert, ließe sich die Zusammensetzung von über 100 Stücken pro Sekunde identifizieren, also rund 500 Tonnen am Tag. Dabei müssen die Teile keineswegs präzise ausgerichtet sein.

Drei Anlagen hat SpectraCode bisher aufgebaut. Zwei gehören großen Recyclingfirmen, und die dritte steht im Detroit Vehicle Recycling Development Center, einer gemeinsamen Forschungseinrichtung dreier großer Automobilkonzerne.

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