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Forensik : Ein neues Gesicht für den Poeten

Die Gemälde, die von Dante Alighieri (1265 bis 1321) existieren, zeigen den prominenten Schriftsteller mit bisweilen sehr unterschiedlichen Gesichtszügen – nur die große Nase ist auf allen zu finden. Jetzt ist es Forschern erstmals gelungen das Antlitz des berühmtesten Dichters Italiens genau zu rekonstruiert.

Bereits 1921 zum 600sten Todestag des Gelehrten öffneten Wissenschaftler das Grab des Poeten, um seine Gebeine zu untersuchen. Bevor sie den Sarg wieder versiegelten, erstellten sie damals sogar eine exakte Gipskopie des Schädels – wenngleich ohne Unterkiefer. Das Forscherteam um Stefano Benazzi vom Forschungsinstitut Senckenberg scannte nun dieses mehr als 80 Jahre alte Modell und ergänzte im Computer einen passenden Kiefer anhand von Vergleichsdaten.

Die Wissenschaftler fertigten von beiden Knochen erneut Repliken an und überzogen diese anstelle von Muskeln und Haut mit einer Modelliermasse. Markante Punkte auf den Knochen – gekennzeichnet mit kleinen Nadeln – zeigten ihnen, wie dick das Gewebe über dem Schädel einst war. So konnten die Forscher dem Kopf die Gesichtszüge eines hageren, älteren Mannes mit Falten und Tränensäcken geben – und mit großer Nase.

Der Dichter und Begründer der italienischen Hochsprache lebte und wirkte in Norditalien. Seine Heimatstadt Florenz musste er 1302 aus politischen Gründen verlassen. Nach fast 20 Jahren im Exil starb Dante mit nur 56 Jahren in Ravenna an Malaria. Zu seinen Werken zählen neben Gedichten auch Abhandlungen über Theologie, Philosophie, Linguistik und Staatskunst.

Robin Gerst

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