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Kuipergürtel: Ultima Thule ist ein bizarr flacher Schneemann

Die Gestalt des Kuipergürtelobjekts Ultima Thule ist noch außergewöhnlicher als vermutet - und lässt sich kaum erklären. Das zeigen neue Bilder von New Horizons.
Ultima Thule und New HorizonsLaden...

Neue Bilder des kleinen Kuipergürtelobjekts Ultima Thule, die kürzlich von der NASA-Raumsonde New Horizons zur Erde übermittelt wurden, zeigen, dass die Gestalt des Himmelskörpers noch bizarrer ist als bislang vermutet. An Stelle von zwei annähernd kugelförmigen Gebilden, die sich in einem schmalen Hals gerade berühren und wie ein Schneemann wirkten, stellt sich Ultima Thule nun aus zwei Objekten zusammengesetzt dar, die an einen dicken Pfannkuchen und eine eingedellte Walnuss erinnern.

Ultima Thule als SchattenrissLaden...
Ultima Thule als Schattenriss | Nur als feiner Umriss zeigte sich das Kuipergürtelobjekt Ultima Thule der Raumsonde New Horizons kurze Zeit nach der dichtesten Annäherung am 1. Januar 2019.

Dies lässt sich Bildern entnehmen, die nur zehn Minuten nach der dichtesten Annäherung am 1. Januar 2019 entstanden, als die Raumsonde etwa 9000 Kilometer von dem Objekt entfernt war. Sie zeigen die Nachtseite von Ultima Thule mit einem schmalen, gerade noch von der Sonne beleuchteten Saum. Die Bilder wurden ausreichend lange belichtet, so dass sich die Sterne im Hintergrund zeigen. Daraus lässt sich der Umriss des gesamten Himmelskörpers rekonstruieren.

Walnuss und Pfannkuchen: Die seltsame Form von Ultima ThuleLaden...
Walnuss und Pfannkuchen | Aus einer Reihe von Bildern rekonstruierten die Wissenschaftler die seltsame Form des aus zwei Teilkörpern bestehenden Objekts Ultima Thule. Der kleinere der beiden Teilkörper »Thule«, erinnert an eine zerdrückte Walnus, der größere, »Ultima«, an einen dicken Pfannkuchen.

»Ultima«, der größere der beiden Teilkörper, ist stark abgeflacht und wirkt wie eine dickliche Scheibe, während »Thule«, der kleinere Teilkörper, rundlicher erscheint und eher an eine zerdrückte Nuss erinnert. Bei solch seltsamen Formen werden die Planetenforscher Schwierigkeiten haben zu erklären, wie diese zu Stande kamen. Ein derartig bizarr geformter Himmelskörper wurde in unserem Sonnensystem vor Ultima Thule noch nicht gesichtet. Auf jeden Fall werden die neuen Erkenntnisse Folgen für die Theorien haben, welche die Entstehung kleiner Himmelskörper im äußeren Sonnensystem zu erklären versuchen. Man kann gespannt sein, was sich in den Daten von New Horizons noch so alles verbirgt, denn bislang haben nur wenige Prozent der beim Vorbeiflug aufgezeichneten Bilder und Messdaten die Erde erreicht.

Ultima Thule vor dem Sternenhimmel

Rund zehn Minuten nach der dichtesten Annäherung am 1. Januar 2019 nahm die NASA-Raumsonde New Horzons das Kuipergürtelobjekt Ultima Thule vor dem Sternenhintergrund auf.

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07/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 07/2019

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