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News: Ein PHOENIX auf Wassersuche

Die neue Marssonde der NASA wird am 3. August 2007 zu ihrer Reise zum Roten Planeten aufbrechen. Sie soll im gefrorenen Boden der nördlichen Polarregion nach Spuren flüssigen Wassers suchen.
PHOENIX soll nicht wie seine Vorgänger Krater oder Berge untersuchen, sondern die vereiste nördliche Tiefebene des Planeten erkunden. Er soll herausfinden, ob dicht unter der Oberfläche Wasser auch in flüssiger Form auftritt und wie hoch die Gehalte an Wasser im Material der Oberfläche sind.

Für die Untersuchungen ist der Roboter mit wissenschaftlichen Instrumenten ausgerüstet, die in dieser Form teilweise zum ersten Mal bei einer Marsmission zum Einsatz kommen.

Ab dem 3. August 2007 öffnet sich ein dreiwöchiges Startfenster zum Mars. Die Sonde startet vom Kennedy Space Flight Center in Florida. Nach einer neun Monate langen Reise wird PHOENIX einen riskanten Abstieg zur Oberfläche durchführen.

“PHOENIX ist die erste Raumsonde, die Marswasser „anfassen“ und analysieren wird“, sagte Doug McCuistion, der Direktor des NASA-Marsprogramms. „Der Roboter wird die Entwicklungsgeschichte des Marswassers genauer unter die Lupe nehmen. Dazu untersucht er, wie flüssiges Wasser die Chemie und Mineralogie des Marsbodens in der Vergangenheit beeinflusste“, so Peter Smith von der Universität von Arizona.
Die Raumsonde PHOENIX | In einem Reinraum des Kennedy Space Center der NASA in Florida führt ein Techniker Messungen an der Raumsonde PHOENIX durch.
Nach der Landung fährt PHOENIX zwei Solarausleger zur Stromversorgung aus und ist dann sechs Meter lang und eineinhalb Meter breit. Ein zweieinhalb Meter langer Roboterarm soll Wassereis in tieferliegenden Schichten am Landeplatz freilegen. Sie befinden sich einige Zentimeter unter der staubigen Marsoberfläche. Davon befördert der Roboterarm Proben auf die Oberseite des Roboters. Hier befinden sich zwei Instrumente zur Analyse des Materials. Das erste wird die Proben erhitzen und dabei freigesetzte flüchtige Stoffe wie Wasser und Kohlenwasserstoffe, die Grundbausteine des Lebens, spektroskopisch nachweisen. Das andere Instrument analysiert die chemische Zusammensetzung des Bodens.

Eine meteorologische Station untersucht die Gehalte an Wasser und Staub in der Marsatmosphäre, sie ist in PHOENIX integriert. Die Station erfasst während der gesamten Mission außerdem Wetterdaten wie Temperatur und Druck und funkt sie zur Erde. Eine Stereokamera liefert Bilder des Landeplatzes, den die Wissenschaftler mit Hilfe von Bilddaten der Marssonden Global Surveyor und Reconnaissance Orbiter festlegten. Die Wahl fiel auf ein breites Tal auf einer „marsographischen“ Breite, die derjenigen von Nordalaska auf der Erde entspricht.

Wir dürfen auf die Resultate von PHOENIX gespannt sein.

AK

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