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Japanische Raumsonde: Ein Stückchen Asteroid

Die japanische Asteroidensonde Hayabusa
Die Sonde "Hayabusa" (japanisch: Falke) der japanischen Weltraumagentur JAXA ist seit Mai 2003 im All unterwegs und hat seitdem rund vier Milliarden Kilometer zurückgelegt. Im September 2005 erreichte sie den Asteroiden "Itokawa", der rund 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt seine Bahn zieht.

Zweieinhalb Monate lang untersuchte die Sonde den Asteroiden aus nächster Nähe und lieferte eine Fülle an Daten über seine Oberfläche und seine chemische Zusammensetzung. Schließlich landete die Sonde am 25. November 2005 auf dem nur 600 Meter großen Steinbrocken und sollte dabei zum ersten Mal Proben von der Oberfläche des Asteroiden sammeln.

Zu diesem Zweck besitzt Hayabusa eine trichterförmige Öffnung. Bei Bodenberührung des Trichters sollte ein kleines Geschoss auf die Oberfläche abgefeuert und der Probenbehälter kurzzeitig geöffnet werden. Ein Teil des aufgewirbelten Gesteins sollte auf diese Weise gesammelt werden. Allerdings ist unklar, ob das Geschoss überhaupt abgefeuert wurde und ob sich im Inneren der Rückkehrkapsel von Hayavbusa überhaupt Material vom Asteroiden befindet.

Das außerirdische Material zur Erde zurück zu bringen, erwies sich als Herausforderung, da drei der vier Ionentriebwerke der Sonde nach der Landung ausfielen. Doch nun ist es endlich soweit: Am Sonntag, den 13. Juni 2010, um 16 Uhr MESZ wird die Sonde zur Erde zurückkehren. Die kühlschrankgroße Sonde wird voraussichtlich in einer unbewohnten Gegend rund 500 Kilometer nördlich von Adelaide in Australien aufschlagen. Vor dem Aufschlag der Sonde soll eine Kapsel mit den Asteroiden-Proben abgestoßen werden und an einem Fallschirm zur Erde gleiten.

Die JAXA arbeitet eng mit der US-amerikanischen Raumfahrtagentur NASA zusammen, um den Wiedereintritt der Sonde und der Probenkapsel zu überwachen. Die Sonde wird mit einer Geschwindigkeit von rund 12,2 Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre eintreten.

Dies ist eine seltene Gelegenheit, die Auswirkungen eines derart schnellen Atmosphäreneintritts auf den Hitzeschild der Probenkapsel zu untersuchen. Voraussichtlich wird die Hauptsonde in viele Teile zerspringen und verglühen. Davor wird sie sich auf fast 3000 Grad Celsius erhitzen, während das sie umgebende Gas 7000 Grad Celsius erreichen wird – heißer als die Oberfläche der Sonne. Der Atmosphäreneintritt wird bedeutende Informationen für zukünftige Missionen liefern, die Material vom Mars und anderen Planeten zur Erde bringen werden.

Manuela Kuhar

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