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News: Ein symbiotisches System wirft Blasen

Der 'südliche Krebsnebel' erinnert Astronomen an die langen Beine und den Körper einer Krabbe. Durch das Weltraumteleskop Hubble betrachtet sieht er dagegen aus wie eine große Sanduhr mit einer weiteren, kleinen Sanduhr in der Mitte. Das ästhetisch ansprechende Himmelskunstwerk haben wahrscheinlich zwei uralte Sterne kreiert, von denen der eine Materie des anderen aufsaugt, bis es ihm zuviel wird und er sie in den Weltraum schleudert.
Auf der südlichen Hemisphäre im Sternbild Centaurus leuchtet das Stickstoffgas des "Südlichen Krebs-Nebels" He2-104. Erdgebundene Teleskope zeigen nur die grobe äußere Struktur, erst das Hubble Space Telescope enthüllt Details des Objektes – und siehe da: Im Zentrum der Sanduhr-förmigen Gasschwaden ist ein weiteres Stundenglas zu finden.

Die mutmaßlichen Schöpfer dieser filigranen Formen sind auf dem Bild, das mit der Wide Field and Planetary Camera 2 aufgenommen wurde, nicht zu erkennen. Das verdächtige Doppelsternsystem liegt im leuchtenden Zentrum des Nebels verborgen. Bei dem einen handelt es sich um einen Roten Riesen – einen aufgeblähten Stern, der seinen Wasserstoffvorrat aufgebraucht hat und nun seine äußere Hülle in einem kräftigen Sternenwind davonbläst. Sein Begleiter ist ein heißer Weißer Zwerg – der Überrest eines ausgebrannten Sterns.

Ein solches Duo bezeichnen Astronomen als symbiotisches System. Der Weiße Zwerg fängt einen Teil der Materie, die sein riesiger Nachbar ausstößt, mit seiner Gravitationskraft ein. Dadurch bildet sich eine Akkretionsscheibe um ihn, in welcher die Teilchen in einer Spiralbahn auf seine heiße Oberfläche stürzen. Irgendwann hat sich dort so viel Materie angesammelt, daß der Weiße Zwerg sich ihrer mit einer heftigen Eruption entledigt, durch die das Material in den Weltraum geschleudert wird.

Nach Vorstellung der Wissenschaftler haben bislang zwei solcher Ereignisse stattgefunden, wobei jedesmal eine der "Sanduhren" entstanden ist. Wie sie Anfang August 1999 auf der Konferenz Asymmetrical Planetary Nebulae II: From Origins to Microstructure am Massachusetts Institute of Technology erläutert haben, lagen zwischen den beiden Ausbrüchen jedoch mehrere tausend Jahre. Wir werden uns darum wohl sehr gedulden müssen, bis noch eine dritte "Sanduhr" hinzukommt.

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