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Kometen: Komet Tschuri hat einen kleinen Mond

Auf Archivbildern der Raumsonde Rosetta fand sich kürzlich ein kleiner Begleiter des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, der nun als Tschurimond bezeichnet wird. Er hat einen Durchmesser von rund vier Metern und ist aus der Oberfläche des Kometenkerns herausgebrochen.
Komet 67P am 4. Mai 2015Laden...

Vor rund fünf Jahren erreichte nach langer Reise durch das Sonnensystem Europas Kometenjäger Rosetta sein Zielobjekt, den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, der kurz auch als »Tschuri« bezeichnet wird. Die Mission ist seit rund drei Jahren beendet, aber noch immer ist der reiche Schatz an Messdaten und Bildern für Überraschungen gut. In Bildern, die Rosetta am 21. Oktober 2015 aufgenommen hatte, entdeckte der spanische Amateurastronom Jacint Roger auf von ihm bearbeiteten Aufnahmen ein kleines Objekt, das sich im Umlauf um den rund vier Kilometer großen Kometenkern befand. Es ließ sich auch auf Bildern vom 23. Oktober aufspüren, so dass der nun als »Tschurimond« bezeichnete Himmelskörper zumindest wenige Tage nachweisbar war. Alle von Rosetta übermittelten Bilder des Kometen Tschuri sind mittlerweile in den Online-Datenarchiven der ESA frei zugänglich.

Ein Tschurimond (Aufnahme der Raumsonde Rosetta)Laden...
Ein Tschurimond | Im Oktober 2015 fotografierte die europäische Kometensonde Rosetta den Kern des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko, kurz Tschuri. Im Kreis befindet sich ein rund vier Meter großer Begleiter des etwa vier Kilometer großen Kometenkerns, der sich zumindest für einige Tage im Umlauf um den Kern befand. Die Strahlen am oberen Rand des Kometenkerns sind Gas und Staub, die aus dem Kern infolge der Sonneneinstrahlung hervorbrechen.

Untersuchungen der professionellen Bildauswerter des Rosetta-Programms zeigen nun, dass dieser Tschurimond etwa vier Meter groß war und den Kometenkern im Abstand von 2,4 bis 3,9 Kilometern umrundete. Der Brocken hatte sich von der Oberfläche des Kometenkerns infolge der Sonneneinstrahlung gelöst, als Gase unter ihm hervorbrachen und ihn sanft in den Weltraum beförderten, so dass er im extrem schwachen Schwerefeld festgehalten werden konnte. Auf späteren Aufnahmen konnte er bislang nicht aufgespürt werden. Offenbar hat er dann doch das extrem schwache Schwerefeld verlassen und driftete in den freien Weltraum hinaus. Bislang ist dieser Tschurimond das größte Objekt, das sich zumindest kurzfristig im Umlauf um Tschuri befand. Er wird weiter untersucht werden.

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