Direkt zum Inhalt

Altes Ägypten: Eine 3000 Jahre alte Zehenprothese

"Bestens mit der menschlichen Physiognomie vertraut" war der Hersteller dieser Prothese. Die Tochter eines Priesters konnte so wohl tatsächlich ihren verlorenen Zeh ersetzen.
Zehe der TabaketenmutLaden...

Basler Ägyptologen haben die wohl älteste bekannte Prothese der Welt untersucht: eine Kunstzehe aus dem alten Ägypten, die fast 3000 Jahre alt ist. Nun attestieren die Forscher dem Hersteller der Prothese hohen Sachverstand. Spuren, die das Team des Projekts "Life History of the Theban Tombs" mit Mikroskopen, Computertomografie und Röntgengeräten analysierten, zeigen, dass die Prothese getragen und mehrfach angepasst wurde. Ihre Trägerin, eine Frau mit Namen Tabaketenmut, könnte ihren Zeh durch Diabetes verloren haben, in einer Mitteilung. Dass die Prothese derart aufwändig und sorgfältig angefertigt wurde, lasse darauf schließen, dass die Besitzerin Wert auf natürliches Aussehen, Ästhetik und Tragekomfort legte – und dass sie dabei auf hoch qualifizierte Fachkräfte zählen konnte.

Das Grab der Tochter eines Priesters, in dem die Prothese samt noch erhaltenem, mumifizierten Fuß gefunden wurde, liegt in Scheich 'Abd el-Qurna westlich von Luxor, dem früheren Theben. Das geplünderte Schachtgrab datieren die Wissenschaftler ins frühe 1. Jahrtausend v. Chr. Die umliegenden, in den Fels gehauenen Monumentalgräber dieses Friedhofs sind jedoch mehrere hundert Jahre älter. Den altägyptischen Elitefriedhof des einstigen Thebens untersuchen die Basler Forscher seit Ende 2015.

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos