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News: Eine Arbeitsskizze vom Reisgenom

So langsam können die Wissenschaftler es: das gesamte Erbgut der verschiedensten Organismen entschlüsseln. Nach vielen Kleinstlebewesen haben sie nun die erste grobe Karte des Genoms einer wirtschaftlich wichtigen Nutzpflanze entworfen. Entgegen der sonst üblichen Unsitte, sich das Wissen über die Gene patentieren zu lassen, soll die Genkarte vom Reis allen Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.
Es war mal wieder eine Mammutaufgabe, die sich Wissenschaftler unter der Leitung von Leroy Hood und Gregory G. Mahairas von der University of Washington vorgenommen hatten. Mehr als 200 Mitarbeiter und 80 Sequenziermaschinen waren beschäftigt, um die Basenfolgen auf den zwölf Chromosomen des Reis aufzuzeichnen. Am 4. April 2000 verkündeten die Forscher schließlich, sie hätten nun eine Arbeitskarte des Genoms, in der zwar noch einige Lücken vorkommen, die aber "Wissenschaftlern erlauben wird, schneller zur funktionellen Phase des Projekts überzugehen – zu verstehen, was die Gene eigentlich machen", sagt Mahaira.

Zu diesem Zweck wird die Karte demnächst dem International Rice Genome Sequencing Project (IRGSP) zur Verfügung gestellt, einem Konsortium mit zehn Mitgliedsgruppen aus aller Welt. Aber auch andere Wissenschaftler sollen kostenlos Zugriff auf die Daten erlangen, verkündete ein Sprecher des Konzerns Monsanto, der die Forschungsarbeit finanziell gefördert hat.

Vertreter der Biotechnologie sehen in dem Erfolg einen ersten Schritt, um ertragreichere Reissorten zu züchten, die widerstandsfähiger gegen Stress aller Art sind. Außerdem wollen sie das Wissen auf andere Getreidesorten übertragen und auch hier möglichst schnell wirtschaftlich verwerten. Doch ganz so leicht dürften diese Vorhaben nicht umzusetzen sein. Schließlich ist das Reisgenom rund 37-mal kleiner als die Erbsubstanz des Weizens und noch sechs Mal kleiner als das Maisgenom. Es liegt also noch immer viel Arbeit vor den Forschern.

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