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Sonnensystem: Mit dem Atomhubschrauber über Titan

Dragonfly ist der Name der neuesten NASA-Raumsonde. Der nukleargetriebene Oktokopter soll zum Saturnmond Titan fliegen und dessen Oberfläche im Detail erforschen.
Raumsonde Dragonfly auf dem Saturnmond TitanLaden...

Am 27. Juni 2019 gab die US-Raumfahrtbehörde NASA bekannt, dass sie sich für das Projekt Dragonfly als nächste Mission im Rahmen des New-Frontiers-Programms entschieden hat. Dragonfly (englisch: Libelle) ist ein Oktokopter, besitzt also acht Rotoren. Die Sonde soll wie eine Helikopterdrohne die Oberfläche des größten Saturnmonds Titan im Detail erkunden. Der Start von Dragonfly ist für das Jahr 2026 geplant, die Ankunft erfolgt im Jahr 2034. Bei Titan angekommen, soll Dragonfly für mindestens 2,7 Jahre den Mond erkunden.

Der 5150 Kilometer große Titan ist der einzige Mond des Sonnensystems mit einer ausgeprägten Atmosphäre. Sie ist mit einem Luftdruck von 1,6 Bar auf der Oberfläche sogar deutlich dichter als die irdische Lufthülle. Tatsächlich ist die atmosphärische Masse der hauptsächlich aus Stickstoff bestehenden Gashülle sogar viermal so hoch wie bei ihrem irdischen Gegenstück. Titan hat eine Oberflächenschwerkraft von etwa einem Fünftel der irdischen. Die geringe Schwerkraft zusammen mit der dichten Atmosphäre machen es leicht möglich, mit einem Oktokopter zu fliegen.

Atomlibelle auf Saturnmond TitanLaden...
Atomlibelle auf Saturnmond Titan | Im Jahr 2034 soll die NASA-Raumsonde Dragonfly in die dichte Atmosphäre des Saturnmonds Titan eindringen und mit acht Rotoren als Oktokopter über die Oberfläche fliegen.

Dragonfly soll zuerst in den Dünenfeldern der Region Shangri-La landen, jenes Gebiets, in dem die europäische Landesonde Huygens im Januar 2005 aufsetzte. Zunächst wird die rund drei Meter lange Drohne kurze Flüge von mehreren Dutzend Metern ausführen, bis sie schließlich Flugstrecken von bis zu acht Kilometern zurücklegt.

Die Energieversorgung erfolgt mit Hilfe eines Radioisotopengenerators, da die dichten Dunstschichten in der Titanatmosphäre und die rund zehnfach größere Distanz von Saturn zur Sonne den Einsatz von Solarzellen nicht erlauben.

Die Sonde wird mit einem Massen- und einem Gammastrahlenspektrometer ausgerüstet, um die Zusammensetzung der Oberfläche und der Atmosphäre zu bestimmen. Des Weiteren wird Dragonfly mit diversen Kameras, Sensoren zur Untersuchung des Wettergeschehens und einem Seismometer zum Nachweis möglicher Titanbeben ausgestattet.

27/2019

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 27/2019

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