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News: Eine traurige Geschichte

Der Himmel ist für die Aborigines eine reiche Quelle für Geschichten. Von Generation zu Generation haben sie ihre Mythen mündlich weitergegeben, seit der Traumzeit - der Zeit, als die Erde entstand. Dieser reiche kulturelle Schatz ist inzwischen stark bedroht. Es gibt keine schriftlichen Zeugnisse davon, und auch in Museen wird die Kultur der Aborigines häufig sehr stiefmütterlich behandelt.
Die Ureinwohner Australiens kannten viele Sternbilder – Vögel, Fische oder Tänzer – die über Tausende von Jahren die Grundlage ihrer Existenz darstellten und ihr tägliches Leben bestimmten. Wenn im Winter die uns als Arcturus und Vega bekannten Sterne erschienen, wußten die Stämme von Arnhem-Land, daß die Zeit für den Fischfang angebrochen war. Für die Stämme in Victoria hingegen war es das Zeichen, daß sie nun die Puppen von bestimmten Ameisen sammeln konnten. Die Pleiaden dagegen markierten den Beginn der Dingo-Jagd.

Die Aborigines beschreiben in ihren Geschichten auch Sonnen- und Mondfinsternisse und explodierende Sterne. Diese Erscheinungen waren für sie natürlich und nicht mit guten oder schlechten Vorzeichen behaftet. Sie hatten Erklärungen für die unterschiedliche Farbe von Sternen und kannten das Konzept der zirkumpolaren Sterne, die das ganze Jahr über am Himmel zu sehen sind. Die einzigen nicht mündlichen Überlieferungen davon sind Zeichnungen auf Rinde oder Felsmalereien.

Doch die Geschichten veränderten sich geringfügig von Generation zu Generation. Ragbir Bhathal von der University of Western Sydney Macarthur fürchtet, daß die Erzählungen zunehmend von westlichen Interpretationen und Werten verfremdet werden. Nur alte Medizinmänner werden dann noch das Wissen haben. Wenn sie sterben, werden auch die alten Mythen der Aborigines verloren gehen.

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