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News: Eine Welt aus Flüssiggas und Eisfelsen

Eine Woche nach der Landung der Huygens-Sonde auf dem Titan zeigen die Missionsdaten: Der Saturnmond ist der Erde in vielerlei Hinsicht ähnlich und unterscheidet sich zugleich stark von ihr. Demnach hat der Titan wie auch unser Heimatplanet eine Atmosphäre, die hauptsächlich aus Stickstoff besteht. Hier wie dort gibt es einen Flüssigkeitskreislauf: Es regnet, die Niederschläge bilden Bäche und Flüsse (Mosaikbild), diese fließen in Niederungen hinein, versickern zum Teil und bilden Quellen, verdunsten zum Teil aber auch und bilden erneut Wolken in der Atmosphäre.

Anders als auf der Erde zirkuliert auf dem Saturnmond aber nicht Wasser, sondern Methan. Wegen der Eiseskälte auf der Titanoberfläche – es herrschen Temperaturen von -180 Grad Celsius – tritt Methan in flüssiger Form auf. Wasser kommt nur in gefrorenem Zustand vor und ist hart wie Stein.

Auf den Bildern, die Huygens von der Umgebung der Landestelle aufgenommen hat, sind herumliegende, abgerundete »Felsen« zu erkennen. Hier handelt es sich um Brocken aus Wassereis, die von fließendem Methan rund- und glattgeschliffen wurden – ähnlich wie Kiesel in einem Gebirgsbach. Die Forscher glauben, dass das Wassereis auf Titan bis auf Sandkorngröße zerrieben wird und auf diese Weise eine Art Eissand bildet.

»Angesichts des vielen Methans kann man nur froh sein, dass es auf Titan so gut wie keinen gasförmigen Sauerstoff in der Atmosphäre gibt«, meinte Tobias Owen vom Institut für Astronomie Honolulu, »denn sonst wäre Titan längst explodiert.« Bekanntermaßen bilden Methan und Sauerstoff ein hochentzündliches und äußerst reaktionsfreudiges Gemisch.

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