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Entwicklungspsychologie: Einjährige erkennen Zielabsichten

Zwölf Monate alte Kinder können aus der Bewegung eines Gegenübers dessen Ziel der Aktion ableiten. Wie Erwachsene auch, heften sie ihren Blick bereits im Voraus auf den Punkt, an dem die beobachtete Bewegung enden wird. Voraussetzung ist aber offenbar, dass sie die Bewegung selbst bereits beherrschen, denn sechs Monate alte Säuglinge sind dazu noch nicht in der Lage, berichten Forscher aus Schweden.

Terje Falck-Ytter und seine Kollegen von der Universität Uppsala hatten sechs und zwölf Monate alten Kindern sowie Erwachsenen Filmsequenzen vorgeführt, in denen eine Person drei Spielsachen quer über einen Tisch in einen Korb legt. Die älteren Kinder wie die Erwachsenen richteten ihre Augen auf diesen Korb, bevor die Hand ihn erreichte. Die jüngeren Kinder hingegen, die selbst noch nicht zu dieser gerichteten Bewegung in der Lage sind, folgten höchstens der Hand mit den Augen und fassten das Ziel auf jeden Fall erst nach Ankunft der Spielsachen dort in den Blick. Ein Objekt gezielt an anderer Stelle abzulegen, lernen Kinder im Alter von sieben bis neun Monaten.

Als die Wissenschaftler den Einjährigen und den Erwachsenen anschließend dieselbe Verlagerung des Balls, aber ohne handelnde Person am Bildschirm vorführten, konnten sie den schnellen Blickwechsel allerdings nicht nachweisen. Sie leiten daraus Spiegelneurone als Verantwortliche für die proaktive Augenbewegung ab. Diese spezialisierten Nervenzellen werden sowohl aktiv, wenn wir eine Bewegung bei anderen beobachten, als auch wenn wir sie selbst durchführen. Sie seien damit grundlegend wichtig für soziale Fähigkeiten wie Imitieren und Kommunzieren mittels Sprache und Gesten.

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