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News: Einmal Mondhelium, bitte!

Manchmal denken Wissenschaftler praktisch - wenn auch weit in die Zukunft projiziert. Zum Beispiel suchen sie schon heute nach den ergiebigsten Vorkommen eines bestimmten Heliumisotops auf dem Mond. Damit ließen sich im nächsten Jahrhundert Fusionsreaktoren betreiben. Abgesehen vom (zukünftigen) technischen Nutzen stellt der Nachweis des Edelgases aus einer Entfernung von 384.000 Kilometern für sich eine beachtenswerte Leistung dar.
Das Helium-Isotop 3He ist auf der Erde ziemlich selten. Deshalb sahen Jeffrey R. Johnson vom U.S. Geological Survey in Flagstaff, Arizona, Timothy S. Swindle von der University of Arizona und Paul G. Lucey von der University of Hawaii sich nach anderen Quellen um und entwarfen schließlich eine Karte der vermutlichen 3He-Verteilung auf dem Mond, die in einer der kommenden Ausgaben der Geophysical Research Letters veröffentlicht wird.

Für ihr Werk kombinierten die Forscher verschiedene Meßergebnisse: Sie berücksichtigten, wie lange das Material der betreffenden Region an der Oberfläche exponiert vorlag, die Stärke des lokalen Sonnenwindes – eines Stromes geladener Teilchen, der unter anderem auch 3He enthält – und den Titan-Gehalt des Mondgesteins. Nach Angaben der Wissenschaftler ist nämlich das Mineral Ilmenit (FeTiO3) besser als die meisten anderen Materialien auf dem Erdtrabanten geeignet, um Helium aufzunehmen. Je länger es von einem starken Sonnenwind getroffen wurde, umso mehr Edelgas konnte es speichern.

Da die Erde den Mond zeitweise vor dem Sonnenwind abschirmt, sind die ergiebigsten 3He-Vorkommen in den entfernteren Bereichen der "Meere" zu finden sowie in den Regionen, die hohe Konzentrationen an Titandioxid aufweisen.

Noch ist die Karte recht grob, doch die Forscher hoffen, anhand neuer Karten der Elementzusammensetzungen, die von Lunar Prospector erwartet werden, ein feineres Netz spinnen zu können.

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