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Gentherapie: Einmalspritze reduziert Alkoholsucht bei Ratten

Chilenischen Forschern ist es gelungen, den Alkoholkonsum von Laborratten mit antrainierter Trinksucht durch Gentherapie deutlich einzuschränken: Sie spritzten den Tieren ein Gen, das indirekt den Alkoholabbau blockierte.

Nach einmaliger Injektion des Anti-Aldh2-Antisense-Gens verringerte sich die Aktivität des Enzyms Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH2) in der Leber um 85 Prozent. Die genbehandelten Nager, die täglich eine Stunde freien Zugang zu Alkohol hatten, tranken nun nur noch etwa halb so viel wie vor der Therapie. Diese Wirkung hielt über einen Monat an.

Die Grundidee für diese Behandlung besteht darin, die natürliche, genetisch bedingte Alkoholunverträglichkeit beim Menschen nachzuahmen: Viele Asiaten verfügen über veränderte ALDH-Gene, sodass sie Alkohol enzymatisch nur sehr eingeschränkt abbauen können. Auf Alkoholkonsum reagieren sie daher sehr schnell mit starken Katersymptomen wie Übelkeit und Herzrasen – offensichtlich ein guter Schutz vor Missbrauch und Abhängigkeit.

Die Wissenschaftler um Yedy Israel von der Universität von Chile in Santiago wollen nun sicherstellen, dass die eingebrachten Fremdgene nicht in Gehirn und Fortpflanzungsorgane gelangen. Sie hoffen, die Genblockade zeitlich noch ausdehnen und auf die Leber beschränken zu können. Weitere Forschungen an Versuchstieren sollen zeigen, ob sich diese neue Strategie auf den Menschen übertragen lässt. (pm)
05.01.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 05.01.2008

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