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Planetologie: Eisfontänen auf Enceladus

Geysire auf EnceladusLaden...
Riesige Geysire schleudern am Südpol des Saturnmonds Enceladus Gas und Eis ins All. Wo sie genau entspringen, war bisher allerdings unbekannt. Als wahrscheinliche Quelle galten vier etwa 130 Kilometer lange, fast parallele Risse, welche die eisige Oberfläche des völlig zugefrorenen Trabanten durchziehen: die so genannten Tigerstreifen „Alexandria“, „Kairo“, „Bagdad“ und „Damaskus“.

Durch die Analyse von Bildmaterial der Raumsonde Cassini konnten Joseph Spitale und Carolyn Porco vom Space Science Institute in Boulder nun diese Vermutung bestätigen. Die Forscher lokalisierten die Ausgangspunkte von acht Geysiren. Wie sich zeigte, lagen sie alle in den Tigerstreifen – und zwar genau an jenen Stellen, die etwas wärmer sind als ihre frostige Umgebung, wie thermische Untersuchungen zuvor gezeigt hatten. Je höher die Umgebungstemperatur, desto höher schießen die Fontänen ins All. Die ergiebigsten Quellen fanden sich in den Spalten „Bagdad“ und „Damaskus“.

Woher stammt die Wärme? Offenbar entsteht sie, weil in den tiefreichenden Klüften im Untergrund der Tigerstreifen die Gesteinsschichten aneinanderreiben. Der Grund ist, dass der kleine Enceladus den Saturn auf einer ellipsenförmigen Bahn umkreist, wodurch sich seine Entfernung zu dem Riesenplaneten ständig ändert. Folglich wirken unterschiedliche Gezeitenkräfte auf ihn ein – je nachdem, wie nahe er dem Saturn gerade ist. Durch die Reibungswärme sublimiert ein Teil des Eises und entweicht, wobei der Dampf kleine Eiskristalle mitreißt.

Christoph Marty

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