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Planetensysteme : Eispartikel kleben frühe Planeten zusammen

Wissenschaftler um James Cowin vom Pacific Northwest National Laboratory haben womöglich das Rätsel gelöst, was die winzigen Staubteilchen zusammenhält, aus denen sich Planeten um junge Sterne bilden. Ihrer Ansicht nach wirkt Eis als Klebstoff, der den auseinander treibenden Kräften entgegensteht.

Bislang beschränkten sich die Modelle zur Planetenbildung auf die Wirkung der Gravitation, die allmählich Staubkörnchen von wenigen Mikrometern Durchmesser zu immer größeren Ansammlungen vereint haben soll. Doch bei näherer Betrachtung erwiesen sich die Anziehungskräfte zwischen den Teilchen als zu schwach. Der vom Stern ausgehende Wind aus Elektronen und Atomkernen hätte sie einfach wieder auseinandergerissen.

Cowins Team sieht nach Analyse der Bedingungen im Weltall und Versuchen im Labor die Lösung in den besonderen Eigenschaften von Eis, das bei Temperaturen von 5 bis 100 Grad über dem absoluten Nullpunkt entsteht. Da den Molekülen keine Zeit bleibt, sich in ordentlichen Gittern auszurichten, bleiben elektrische Polaritäten. Stoßen Staubteilchen mit derartigen Überzügen zusammen, wird die Kollisionsenergie in Umstrukturierungen umgesetzt, und die polaren Regionen wirken anziehend. Zusammen ergibt sich daraus eine klebrige Wirkung, die nach Aussage der Wissenschaftler dem Sternenwind durchaus standhalten kann.
12.03.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 12.03.2005

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