Eiszeitbrocken: Arbeiter bergen 22 Tonnen schweren Findling in Hamburg

Bei Bauarbeiten in Hamburg-Bramfeld ist ein 22 Tonnen schwerer Findling entdeckt worden. Wie die Hamburger Hochbahn berichtet, sei der Granit nach Angaben des Geologischen Landesamts vor rund 200 000 Jahren während der Saale-Kaltzeit von skandinavischen Eiszeitgletschern dorthin geschoben worden, wo heute Hamburg liegt. Der Stein selbst sei bereits mehrere Millionen Jahre alt. Der Findling, der am Freitag mithilfe eines Spezialkrans aus der Baugrube geborgen wurde, soll der Hansestadt als Naturdenkmal erhalten bleiben.
Das Bauteam war in rund sieben Metern Tiefe beim Ausheben der Baugrube für die Haltestelle Bramfeld der geplanten U-Bahn-Linie U5 auf den Findling gestoßen. Der Eiszeitbrocken umfasse ein Volumen von ungefähr acht Kubikmetern. Normalerweise entdecken die Behörden solche Kolosse noch vor Baubeginn bei ihren Bodenerkundungen. Trotz genauer Suche können dabei aber nicht immer alle Findlinge ausfindig gemacht werden, so wie jetzt im Fall des Bramfelder Brockens.
»So ein geologisches Schwergewicht haben wir in Hamburg seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr ans Licht befördert«, erklärt die Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, Katharina Fegebank. Momentan prüfen die Behörden die weitere Verwendung des Findlings. Bis zu einer Entscheidung wird er auf der Baustelle zwischengelagert.
Der schätzungsweise 22 Tonnen schwere Koloss ist längst nicht der erste Findling, der in Hamburg zum Vorschein kam. Zu den bislang größten Funden in Norddeutschland zählt der »Alte Schwede«, heute ein Hamburger Naturdenkmal. Er war im September 1999 bei der Elbvertiefung in 15 Metern Tiefe entdeckt worden – und wiegt circa 217 Tonnen.
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