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Milliardengeschäft mit Eselshäuten: Ein Luxus, der Millionen Esel tötet

In China ist »Ejiao« schick geworden: Für ein nutzloses Lifestyleprodukt aus Eselshaut sterben in Afrika Millionen Tiere. Die Folgen spürt der ganze Kontinent.
Ein Esel mit einem roten Halfter schaut durch ein Loch in einer rostigen Metallwand. Das Bild zeigt den Esel in einem schattigen Bereich, umgeben von alten, verwitterten Strukturen. Die Szene vermittelt einen Eindruck von Verlassenheit und ländlicher Umgebung.
China kauft, Afrika liefert: Aus Eselshäuten gewonnene Gelatine ist in Chinas wachsender Mittelschicht zu einem begehrten Luxusgut geworden

Hongkong, Oktober 2025: Im Containerterminal von Kwai Chung, einem der weltweit größten Umschlagplätze für den internationalen See‑ und Stückgutverkehr, öffnen Zollbeamte mehrere Frachtcontainer, die eigentlich für die Weiterreise nach Taiwan bestimmt waren. In den Begleitpapieren ist die Ladung als gefrorene Lebensmittel deklariert – nicht unüblich in einem Hafen, über den jährlich rund 13 Millionen Containereinheiten abgefertigt werden. Doch der Inhalt der fünf Container passt nicht zur Deklaration.

Denn was dort zu Ballen gepresst und in Säcken gestapelt liegt, sind die getrockneten Häute Abertausender Esel. Insgesamt, so schreibt der Zoll später in einer Mitteilung, seien an diesem Tag rund 150 Tonnen der Ware beschlagnahmt worden.

Woher genau die Häute stammen, dazu machen die Behörden keine Angaben. Man darf aber annehmen, dass ihr Ursprungsort dort lag, wo solche Lieferungen in den vergangenen Jahren zu einem echten Exportschlager geworden sind: in einer Reihe afrikanischer Länder, die sich zu zentralen Herkunftsregionen für den internationalen Handel mit Eselshäuten entwickelt haben.

Es ist ein Milliardengeschäft.

China verlangt nach Millionen Eseln

Unter dem Namen Ejiao wird die aus den Häuten gewonnene Gelatine in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) als Mittel gegen Blutarmut, Schlaflosigkeit und Alterungserscheinungen eingesetzt. Ihr Ruf als wundersames Elixier reicht in die Anfänge der Tang-Dynastie im 7. Jahrhundert n. Chr. zurück und ist bis heute ungebrochen – dabei sind Belege für die erhoffte Wirkung praktisch nicht existent. Chemisch unterscheidet sich die Gelatine kaum von der anderer Tierarten.

Kurz vor der Schlachtung | Esel vermehren sich so langsam, dass die Tiere für den Ejiao-Markt aus allen verfügbaren Quellen zusammengekauft werden. Das hat die Preise in die Höhe getrieben: Als Nutztiere werden sie zunehmend unerschwinglich.

Ejiao wird aus Kollagen gewonnen, das man durch langes Auskochen aus den Eselshäuten extrahiert. Die Faserdichte der Eselshaut gilt als optimal: weich, elastisch, aber strukturell stabil – Eigenschaften, die in der chinesischen Medizin als »energetisch wertvoll« gelten. Laut Lauren Johnston, China-Afrika-Expertin und Sinologin an der University of Sydney in Australien, ließe sich aus diesem Grund das Eselkollagen auch nicht einfach durch das einer anderen Tierart ersetzen. »Die Ejiao-Industrie ist blind für die Lage in Afrika. Sie will einfach nur Esel.«

Den Preis dafür zahlen jene, denen Esel nur nützen, wenn sie am Leben sind. Mit einem Exportverbot versuchen viele afrikanische Staaten, das Ausbluten ihrer Eselpopulationen aufzuhalten. Doch der Erfolg ist begrenzt. Denn der Sog aus Fernost ist schier unaufhaltsam.

Der Marktwert für Ejiao-Produkte stieg in China von umgerechnet 3,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2013 auf 7,8 Milliarden im Jahr 2020 – in sieben Jahren mehr als eine Verdopplung. Treiber des Booms sind eine alternde Gesellschaft, wachsender Wohlstand – und die erfolgreiche Umdeutung des Produkts von einer traditionellen Arznei zum Lifestyle-Erzeugnis: Schönheitsmittel oder Nahrungsergänzung, gerne auch als Geschenk. »In einer populären chinesischen Fernsehserie konsumierten die Konkubinen des Kaisers täglich Ejiao, um attraktiv und fruchtbar zu bleiben. Es wurde zum Produkt elitärer Weiblichkeit. Und nun zerstört es ausgerechnet das Leben vieler afrikanischer Frauen«, sagt Johnston. Dass einige chinesische Krankenkassen inzwischen sogar die Kosten für Ejiao-Produkte übernehmen, hat seinen Ruf als anerkanntes Mittel im Gesundheits- und Wellnessbereich nur noch verstärkt.

»Was früher ein seltenes Luxusprodukt war, ist heute ein Massenmarkt geworden«, sagt die Sinologin Johnston, »mit gewaltigem Druck auf die globalen Bestände.«

… und Afrika liefert

Rund 5,9 Millionen Eselshäute verarbeitete die Industrie im Jahr 2021. Das haben Fachleute der britischen Tierschutzgruppe The Donkey Sanctuary und der University of Reading in Großbritannien ermittelt. Bis 2027 soll der Bedarf noch einmal um knapp eine weitere Million steigen. Gleichzeitig ist Chinas eigener Eselbestand seit den 1990er-Jahren kollabiert, auch wegen dieser Nachfrage: von elf Millionen Tieren damals auf knapp 1,5 Millionen heute. Der Blick ging nach Übersee – und fiel vor allem auf Afrika.

Der Druck ist dort unmittelbar zu spüren. »Der Handel mit Eselshäuten treibt die Preise in Kenia und ganz Afrika in die Höhe«, berichtet Solomon Onyango, Landesdirektor von The Donkey Sanctuary in Kenia. Wenn Familien einen Esel verlieren, könnten sie ihn kaum noch ersetzen. Statt 1,8 Millionen Esel, wie noch 2016, gibt es in Kenia inzwischen nur noch weniger als eine Million der Tiere. Gleichzeitig verdoppelte sich ihr Preis von umgerechnet 45 Euro auf 105 Euro. Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt bei rund 50 Euro.

Sollten die Bestände weiter schrumpfen wie bisher, würde ganz Afrika die Folgen spüren, prognostizieren Fachleute. In den ärmsten Regionen Afrikas sichern diese Tiere nach Angaben verschiedener NGOs die Existenz von rund 158 Millionen Menschen.

Was das Schwinden der Esel für die Lebensrealität der Menschen in ländlichen Regionen bedeutet, hat die britische Sozialwissenschaftlerin Heather Maggs in einer detaillierten Studie am Beispiel von Ghana untersucht.

Ohne Esel müssen die Menschen schuften

Es seien vor allem Menschen aus ärmeren Haushalten, die von den Eseln profitieren, sagt die Forscherin. »Wer aber überhaupt keinen Esel hat, der gehört zur allerärmsten Gruppe.« Eine Frau ohne Esel ist gezwungen, Lasten wie Wasser oder Brennholz selbst zu tragen – laut einer Studie bis zu zwei Kopflasten von jeweils 30 Kilogramm über durchschnittlich fünf Kilometer täglich. Ein einziger Esel kann einer Frau fünf Stunden harter körperlicher Arbeit pro Woche ersparen, einem Kind sogar das Doppelte.

Häute trocknen für den Export | Knapp sechs Millionen Esel werden pro Jahr ihrer Häute wegen in Afrika geschlachtet. Die Bilder des kenianischen Fotografen Tony Karumba aus dem Jahr 2017 zeigen, wie das Geschäft in nahezu industriellem Ausmaß betrieben wird.

Doch wegen der hohen Nachfrage verschwinden die Esel auch in Ghana: »Mehr als die Hälfte aller Eselbesitzer und auch Menschen ohne Esel erzählten mir, in den letzten drei Jahren persönlich Viehdiebstahl erlebt zu haben«, berichtet Maggs. Das treibt nicht nur Familien in die Armut, sondern belastet auch ihre Kinder, die sich dann häufig ebenfalls an der täglichen Schlepperei beteiligen müssen, mit den zu erwartenden Auswirkungen auf Rücken und Nacken. Zugleich verbleibe immer weniger Zeit für Lernen und Schule, berichtet Maggs.

»Die Folge ist ein langfristiger Verlust der Lebensgrundlage«, sagt der Kenianer Solomon Onyango.

Wenn der Markt boomt und die Nachfrage steigt – warum weiten die afrikanischen Staaten dann nicht einfach die Zucht aus? Die Agrarökonomin Simone Pfuderer von der University of Reading hat den Eselshauthandel systematisch durchgerechnet und analysiert, wie realistisch es wäre, die wachsende Nachfrage der Ejiao-Industrie über kontrollierte Zuchtbetriebe zu decken. »Wir haben Szenarien modelliert, in denen sich das System auf einen Bedarf von fünf Millionen Häuten pro Jahr hocharbeitet«, erklärt Pfuderer. Selbst im Idealfall würde ein solcher Produktionszyklus eine stabile Zuchtpopulation von rund 15 Millionen Eseln erfordern, darunter mindestens fünf Millionen Zuchtstuten. Dafür wären mindestens 14 Jahre Aufbauzeit nötig. »Vorausgesetzt, alles läuft optimal.«

»Esel sind notorisch schwierig zu züchten«Laura Skippen, Veterinärin

Esel taugen nicht zur Massentierhaltung

Doch es läuft nicht optimal im Geschäft mit den grauen Fellen. Nichts deutet darauf hin, dass dieser Aufbau gelingen könnte. Im Gegenteil, wie schon das Beispiel China zeigt: Statt zu wachsen, brach der Eselbestand unter der Nachfrage ein. Die biologischen Grenzen sind eng gesetzt. Eine Eselstute wird frühestens mit drei Jahren trächtig, trägt im Schnitt 371 Tage und bringt in der Regel nur ein einziges Fohlen zur Welt. Zum Vergleich: Eine Sau kann bis zu 20 Ferkel pro Jahr werfen.

»Esel sind notorisch schwierig zu züchten«, weiß auch Laura Skippen, Veterinärin und wissenschaftliche Beraterin der internationalen Tierschutzorganisation Brooke mit Hauptsitz in London. Modernste Reproduktionsverfahren, wie sie in der Rinder- oder Pferdezucht eingesetzt werden, sind aufgrund der Anatomie der Eselin nur sehr begrenzt möglich. Zudem brauchen die Tiere eine kontinuierliche, faserreiche Ernährung und ausreichend Weidefläche, um sich wohlzufühlen, gesund zu bleiben und Nachkommen zur Welt zu bringen. Die Stiftung Brooke empfiehlt 0,2 Hektar pro Tier.

In der Realität werden solche für die Zucht günstigen Umstände selten erreicht. Die meisten Esel in Afrika seien überlastet und schlecht ernährt, ihr Körper »priorisiert Überleben vor Reproduktion«, sagt Raphael Kinoti, der Regionaldirektor von Brooke in Ostafrika. Damit kollidiert die Logik der Industrie mit der harten biologischen Realität. Und genau hier beginnt die Mathematik der Ausrottung.

»Wenn die Ausbeutung der Esel hier in Kenia in diesem Tempo weitergeht, könnten die Tiere zwischen 2027 und 2030 vom Aussterben bedroht sein – so wie Nashörner oder Elefanten«, sagt Solomon Onyango.

Nicht viel rosiger sieht es im übrigen Afrika aus. Geht es im Ejiao-Geschäft so weiter wie bisher – mit gleichbleibender Nachfrage und nur begrenzt wirkenden Verboten – , dann würde sich der afrikaweite Eselbestand bis 2040 halbieren, von aktuell 27 Millionen auf nur noch 14 Millionen Tiere. So hat es die Organisation Brooke berechnet.

Afrika stellt seine Esel unter Schutz

Die Staats- und Regierungschefs Afrikas haben diese Abwärtsspirale mit dem erwähnten Verbot zu unterbrechen versucht. Für die kommenden 15 Jahre hat die Afrikanische Union (AU) beschlossen, die Schlachtung von Eseln zum Zweck des Hautexports auf dem gesamten Kontinent zu untersagen. Zugleich soll ein kontinentaler Schutzrahmen für Arbeitsesel entwickelt werden. »Das ist ein starkes Symbol – die AU sagt gegenüber einem mächtigen Partner wie China: Hier ist Schluss«, kommentiert Wiebke Plasse von der deutschen Welttierschutzgesellschaft.

In Peking hatte man damit nicht gerechnet, glaubt Sinologin Johnston. Nun stecke das ostasiatische Land in einer Zwickmühle, weil es mit der heimischen Ejiao-Nachfrage seine eigenen entwicklungspolitischen Ziele für den afrikanischen Kontinent unterlaufe.

Zweifelhaftes Gesundheitsfood | Ejiao kann zu einer Vielzahl von Snacks verarbeitet werden, wie hier zum Beispiel mit Nüssen und Sesam. Dass es bei der Blutbildung hilft, wie häufig behauptet, ist sehr fraglich. Noch schlechter belegt ist seine Wirkung in Hautpflegeprodukten.

In der Realität hat das Verbot jedoch vor allem zur Folge, dass sich der Handel neue Formen und Wege sucht. Inzwischen würden Esel in langen Trecks heimlich und bei Nacht aus dem Tschad nach Kamerun und Nigeria geführt; ihre Häute werden anschließend über Häfen wie den von Lagos exportiert und als Rindsleder falsch deklariert. Auch das hat Brooke dokumentiert.

»Wir haben festgestellt, dass Häute inzwischen auch in schon pulverisierter Form exportiert werden. Das ist neu«, sagt Kinoti. Zudem habe sich eine weitere Route etabliert, die von Nordsomalia im Somaliland-Staat über Äthiopien zu Häfen in Dschibuti führe. Statt einzelner großer Knotenpunkte entstünden zunehmend kleinteilige, schwer kontrollierbare Netzwerke.

Für Nutztiere gelten andere Regeln

Ein Problem für die Tierschützer: Der Esel ist kein Wildtier, sondern ein domestiziertes Nutztier – und darum auch nicht Gegenstand des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES. Produkte von Tigern, Schuppentieren oder Nashörnern, die ebenfalls von der Traditionellen Chinesischen Medizin begehrt werden, können streng reguliert oder gar ganz aus dem Handel genommen werden. Für Eselshäute gilt das nicht. In vielen Ländern fehlt eine rechtliche Grundlage, Lieferungen zu stoppen. Der Hongkonger Zoll zog beispielsweise die eingangs erwähnte Eselshautfracht auch nur deshalb aus dem Verkehr, weil sie falsch deklarierte Schmuggelware war.

»Eselshäute befinden sich in einer rechtlichen Grauzone«, bestätigt auch Janneke Merkx, Kampagnenleiterin bei The Donkey Sanctuary. Sie hätten nicht mal einen eigenen Zollcode. Das mache sie zu einer Ware, die viel Geld einbringe und dennoch gerade in Afrika relativ einfach und mit wenig Risiko zu beschaffen sei.

Auf die Ankündigung des Exportverbots reagierten kriminelle Netzwerke mit einer Art Torschlusspanik. Eselsdiebstähle wurden häufiger, der Handel mit den Häuten legte spürbar zu, um noch so viel Profit wie möglich zu machen, bevor das Verbot in nationale Gesetze umgesetzt wird. »Schon damals, als Schlachthäuser noch geöffnet waren, wurden dort bereits gestohlene Esel geschlachtet. Diese weiterhin bestehenden Netzwerke haben jetzt unserem Kenntnisstand nach wieder massiv Fahrt aufgenommen«, berichtet Plasse aus Kenia.

Wildtier im Eselspelz

Der Druck wächst, die Strukturen werden ausgefeilter – und gefährlicher. Eselshäute seien die ideale Tarnung für noch riskantere Schmuggelware, erläutert der Ökonom Ewan Macdonald von der University of Oxford, der diese Verbindung mit seinen Kollegen in einer Studie belegt hat.

Fast ein Fünftel aller Onlinehändler in seiner Untersuchung, die Eselshaut anboten, führten auch andere Wildtierprodukte, darunter gefährdete Arten, die durch CITES geschützt sind. Händler würden sie frühzeitig in der Lieferkette bündeln, zum Beispiel bei der Schlachtung, erklärt Macdonald. Der blinde Fleck der Kontrollorgane erleichtert die Sache. »Mir ist keine formale Zusammenarbeit bekannt zwischen Behörden für Wildtierkriminalität und jenen, die den Handel mit Nutztieren oder Tierhäuten überwachen«, sagt Macdonald. Dabei könnte eine solche »äußerst hilfreich sein«.

Am Ende droht das vermeintliche Gesundheitselixier sogar das genaue Gegenteil dessen zu bewirken, was damit bezweckt werden soll: Informelle Handelswege und improvisierte Schlachtplätze bringen Mensch und Tier in engen Kontakt und fördern damit Infektionskrankheiten und die Entstehung neuer Erreger.

Haltbarmachung mit Salz | Auch in Westafrika – wie hier in Nigeria – wurde und wird mit Eselshäuten gehandelt. Wo Schlachtungen im großen Stil unter zweifelhaften hygienischen Bedingungen stattfinden, steigt die Gefahr neuer Infektionskrankheiten.

Unkontrollierte Tierhaltung ist eine medizinische Zeitbombe

Das sagt etwa der nigerianische Tierarzt und Regionalvertreter der Commonwealth Veterinary Association, Ibrahim Ado Shehu. 75 Prozent aller neu aufgetretenen Infektionskrankheiten sind von Tieren auf den Menschen übergesprungen: Milzbrand, MERS, SARS, Ebola, Tollwut und zuletzt Covid-19 sind nur die bekanntesten davon. »Der gesamte globale Prozess von Tierproduktion, Transport, Schlachtung und Nutzung tierischer Produkte ist eine tickende Zeitbombe«, warnt Shehu. Das gelte auch – und gerade – für den Eselshauthandel. Bereits zwei Krankheitsausbrüche unter Tierbeständen in Westafrika werden damit in Verbindung gebracht.

Die nächsten Opfer könnten Menschen sein: Wer sich mit der Eselkrankheit Rotz ansteckt, kann daran sterben. Gleiches gilt für Milzbrand. Er ist in weiten Teilen Kenias endemisch »und besonders dort verbreitet, wo viele Esel gehalten werden«, sagt Brooke-Regionaldirektor Kinoti. »China bestand stets darauf, dass Häute aus milzbrandfreien Regionen stammen.« Seitdem Transport, Schlachtung und Handel in den Untergrund gewandert sind, laufen solche Vorsichtsmaßnahmen jedoch zunehmend ins Leere.

Der Handel mit Eselshäuten ist damit längst kein isoliertes Tierschutzproblem mehr. Er verbindet illegale Märkte, soziale Abhängigkeiten und veterinärmedizinische Risiken in einer Lieferkette, die sich staatlicher Kontrolle weitgehend entzieht. Wo Tiere ohne Aufsicht transportiert, geschlachtet und weiterverarbeitet werden, verschwimmen die Grenzen zwischen Nutz- und Wildtierhandel. Und zwischen Tier- und Menschengesundheit.

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  • Quellen
Bennett, R., Pfuderer, S., Animals 10.3390/ani10040718, 2020
Maggs, H. et al., PLOS ONE 10.1371/journal.pone.0274337, 2023
Kubo, T., Zhao, Z., Chinese Medicine and Culture 10.1097/MC9.0000000000000005, 2022
Su, S. et al., Conservation Science and Practice 10.1111/csp2.12676, 2022
Wang, Y., Natural Product Communications 10.1177/1934578X2513354, 2025

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