Direkt zum Inhalt

Pränataldiagnostik: Embryo-Untersuchung mit Mutters Blut

Rote BlutkörperchenLaden...
Genetische Erkrankungen von Ungeborenen könnten bald ohne jede Gefährdung des Embryos anhand von Blutproben der Mutter erkannt werden, hoffen Dennis Lo von der Chinese University of Hong Kong und seine Kollegen. Den Forschern gelang es, frei im Blutplasma einer Schwangeren zirkulierende DNA-Bruchstücke des Kindes zu identifizieren und daraus das Genom des Ungeborenen vollständig zu rekonstruieren. Die zusammengesetzte Sequenz konnten sie dann erfolgreich auf krankhafte Veränderungen untersuchen.

Pränataldiagnostik mit Mutters BlutLaden...
Pränataldiagnostik mit Mutters Blut | Eine Pränataldiagnose kann anhand einer Blutprobe der Mutter erfolgen. Zehn Prozent der im Plasma gelösten DNA-Ketten stammen vom Ungeborenen, nach ihrer Vervielfältigung können sie mit fortgeschrittenen bioinformatischen Methoden durch einen Sequenzvergleich mit den analogen Genregionen von Mutter und Vater identifiziert werden.
Gentests am Ungeborenen waren lange nur anhand von Gewebeproben möglich, die man dem Embryo mit einem geringen Risiko der Verletzung entnehmen musste. Seit einigen Jahren weiß man, dass fetale DNA und RNA in geringen Mengen auch im Blut der Mutter zirkuliert; solche Fragmente waren schon früher für Tests von genetisch auffälligen Chromosomenkrankheiten wie dem Downsyndrom oder zum Ermitteln der kindlichen Blutgruppe herangezogen worden.

Verbesserte genetische Verfahren erlaubten Lo und seinen Kollegen nun, die DNA-Moleküle der Mutter im Blut von denen des Kindes zu unterscheiden – diese machen nur etwa zehn Prozent aller im Plasma gelösten DNA-Ketten aus. Um sie zu erkennen, mussten die Forscher zunächst alle gefundenen Fragmente vielfach duplizieren und dann einen arbeitsintensiven Sequenzvergleich mit den bekannten Basenfolgen der Mutter und des Vaters durchführen. Anschließend verrieten bereits etablierte Analysen des Genoms den Forschern, dass das untersuchte Kind eine bestimmte Mutation der Mutter nicht geerbt hatte, eine andere des Vater dagegen schon. (jo)
49. KW 2010

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 49. KW 2010

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

  • Quellen
Sci Trans Med 2, 61ra91, 2010

Partnervideos