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Sonnensystem: Entstanden innere Planeten anders als gedacht?

Mars hat nicht dieselbe chemische Zusammensetzung wie undifferenzierte Meteoriten, so genannte Chondrite. Deren Gestein sollte nahezu die Komposition des Urnebels widerspiegeln, aus dem das Sonnensystem hervorging.

Zunächst vermuteten Wissenschaftler, dass alle Himmelskörper im inneren Sonnensystem die gleiche Zusammensetzung besitzen wie Chondrite. Doch die Erde und auch der Mond scheinen diesem Bild nicht zu entsprechen, da gewisse Elementhäufigkeiten in ihrer Kruste nicht mit den Meteoriten übereinstimmen. Nun untersuchten Forscher um Guillaume Caro vom Forschungszentrum für Geochemie und Gesteinskunde in Vandœuvre-lès-Nancy 16 Meteoriten vom Mars. Sie stießen, wie auch im Gestein von Erde und Mond, auf eine im Vergleich zu Chondriten erhöhte Häufigkeit des Isotops Neodym-142, einem Nebenprodukt des Zerfalls von Samarium.

Danach ähneln sich alle drei Himmelskörper in ihrer Zusammensetzung mehr untereinander als den Chondriten. Somit sind diese möglicherweise nicht wie bisher angenommen die Bausteine des gesamten Sonnensystems, und das jetzige Modell der Planetenentstehung müsste überarbeitet werden. Allerdings könnten auch verschiedene Prozesse nach der Bildung von Mars, Erde und Mond zu der veränderten Häufigkeit von Neodym-142 in der Kruste geführt haben – etwa deren Erosion oder die Trennung der verschiedenen chemischen Elemente durch deren Aufsteigen und Absinken im Planeteninneren. (mp)
21.03.2008

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 21.03.2008

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