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Entwaldung: Zerstörung des tropischen Urwaldes schreitet voran

Auch im Jahr 2021 sind mehrere Millionen Hektar Urwald zerstört worden. Damit rückt das Ziel der Glasgower Klimakonferenz, die Entwaldung bis 2030 zu stoppen, in weite Ferne.
Entwaldung des tropischen Regenwaldes

Rund 3,75 Millionen Hektar tropischer Urwald sind weltweit im vergangenen Jahr zerstört worden. Damit gehe alle sechs Sekunden eine Fläche von einem Fußballfeld verloren. Das geht aus einer aktuellen Berechnung des Washingtoner World Resources Institute (WRI) in Zusammenarbeit mit Forschenden der University of Maryland hervor. Der Bericht des WRI stützt sich auf Daten der Onlineplattform Global Forest Watch, die seit 2014 Daten dazu liefert, wie sich Waldlandschaften weltweit verändern.

Zwar seien im Vergleich zum Vorjahr elf Prozent Hektar Urwald weniger verschwunden, heißt es laut dem WRI-Bericht. Damit entspreche der Schwund allerdings den Jahren 2018 und 2019. Besonders stark ist weiterhin der brasilianische Regenwald betroffen. Zudem errechneten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die Zerstörung des Urwaldes etwa 2,5 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid freigesetzt hat. Einen ähnlich hohen Wert erreicht Indien mit seinen jährlichen Emissionen durch fossile Brennstoffe.

Urwald, vom Menschen weitgehend unberührter Naturwald, hat eine große Bedeutung bei der Erhaltung von Biodiversität und ist bei der Speicherung von Kohlendioxid besonders wichtig. Deshalb hatten sich auf der Weltklimakonferenz in Glasgow 2021 mehr als 100 Staaten dazu verpflichtet, die Zerstörung der Wälder bis 2030 zu beenden. »Wir nähern uns einem Kipppunkt, an dem der Amazonas von einem Regenwald zur Savanne würde – verbunden mit massiven Emissionen«, warnt Mikaela Weisse, stellvertretende Leiterin von Global Forest Watch. (dpa/esm)

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