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News: Envisat klärt Ursache für Massenauftreten von Tintenfischen in Chile

Der europäische Umweltsatellit Envisat hat den Auslöser für ein massenhaftes Auftreten von Riesen-Tintenfischen der Art Dosidicus gigas Ende Februar an der südchilenischen Küste geklärt: Die typische kalte und nährstoffreiche Auftriebsströmung in dieser Region war unterbrochen worden, weshalb wärmeres Wasser vordringen konnte. Die Tintenfische, die insbesondere in Gegenden mit starken Temperatur- und Salinitätsgradienten jagen, wurden in einer Kaltwasserlinse gefangen und mit der ungewöhnlichen Strömung an Land getrieben.

Das Massenauftreten der 70 bis 150 Zentimeter großen Tintenfische hatte die Fischer der Region alarmiert, da sie um ihre Fischfangerträge fürchteten. Die Tiere leben normalerweise in den tieferen Gewässern des offenen Ozeans und kommen nur nachts an die Oberfläche, um kleine Fische zu jagen. Ende Februar waren zunächst mehr als 200 Riesen-Tintenfische an die Strände von Ancud an der Nordküste der chilenischen Insel Chiloé geschwemmt worden, weitere Funde auf der Insel und an der Festlandsküste folgten.

Der in 800 Kilometern Höhe kreisende Satellit Envisat ermittelte die ungewöhnlichen Meeresoberflächentemperaturen mit seinem Advanced Along Track Scanning Radiometer (AATSR), das mit einer Auflösung von einem Quadratkilometer Temperaturen bis auf 0,3 Grad Celsius genau erfassen kann. Chilenische Forscher versuchen zurzeit, anhand einer Kombination der AATSR-Daten und Messungen der Ozeanfarbe mit dem Medium Resolution Imaging Spectrometer (MERIS) ein Frühwarnsystem für giftige Algenblüten zu entwickeln.

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