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Römisches Mosaik: Epischer Zweikampf auf englischem Acker

Ein englischer Landwirt hat ein exzellent erhaltenes Mosaik und die Reste einer römischen Villa auf seinem Feld entdeckt. Der Bodenbelag zeigt die Mythenhelden Achill und Hektor.
Römisches Mosaik in Rutland mit einer mythischen Kampfszene. Der Bodenbelag entstand zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert.

Im englischen Rutland stieß ein Landwirt auf die Reste einer römischen Villa samt einem großflächigen Mosaik. Es sei einer der sensationellsten Funde in den vergangenen 100 Jahren in Großbritannien, ließ der Grabungsleiter John Thomas von den University of Leicester Archaeological Services verlautbaren. Der antike Bodenbelag zeige drei Szenen aus Homers »Ilias«, genauer den Zweikampf zwischen den mythischen Helden Achill und Hektor am Ende des Trojanischen Kriegs. Die offenbar nahezu vollständig erhaltene Villenanlage soll zwischen dem 3. und 4. Jahrhundert in Benutzung gewesen sein.

Mosaik | Die drei Bildfelder des römischen Mosaiks in Rutland zeigen Szenen am Ende des mythischen Trojanischen Kriegs. Unten treten Achill und Hektor in Streitwägen gegeneinander an. Im mittleren Bildfeld hat Achill den Leichnam des Hektor an seinen Wagen gebunden und schleift ihn um Troja. Oben versucht Priamos, rechts im langen Gewand und mit phrygischer Mütze, seinen toten Sohn bei Achill auszulösen. Hektors Leichnam wird mit Gold aufgewogen.

Das gut erhaltene Mosaik ist ungefähr elf auf sieben Meter groß. Im unteren Bildfeld sind die beiden homerischen Helden gut zu erkennen, wie sie im Streitwagen gegeneinander antreten. Wie die Archäologen vermuten, zierte das Mosaik einst den Boden eines Speise- oder Unterhaltungssaals. Geophysikalische Surveys und Sondagen ergaben zudem, dass der Wohnkomplex aus mehreren Gebäuden bestand, darunter womöglich auch ein Badehaus. Vermutlich war der Komplex im Besitz einer wohlhabenden Person gewesen, die großen Wert auf die Literaturklassiker der Antike legte.

Den bebilderten Boden und die Villa entdeckte der Sohn des Landeigentümers Jim Irvine. Während des Corona-Lockdowns 2020 hatte er Keramikscherben auf dem Feld gefunden. Anschließend sah er sich am Computer Satellitenbilder des Ackers an und erkannte Linien im Bewuchs. Irvine unterrichtete daraufhin die Behörden. Bald danach begannen Ausgrabungen unter der Leitung der University of Leicester Archaeological Services und der Behörde Historic England.

In den Erdschichten über dem Mosaik stießen die Ausgräber auch auf menschliche Skelette. Möglicherweise stammen sie aus der Spätantike oder dem frühen Mittelalter. Genau ließen sich die Überreste noch nicht datieren. Die Forscher haben die Stätte zum Schutz wieder zugeschüttet, weitere Grabungen sind aber für das Jahr 2022 geplant.

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