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Genomsequenzierung: Erbgut von Schimmelpilz sequenziert

Ein internationales Forscherkonsortium hat das Genom des Schimmelpilzes Aspergillus niger entziffert. Von der genauen Analyse der Buchstaben-Folge in der Erbinformation des Pilzes versprechen sich Experten verbesserte Ansätze für die biotechnologische Produktion von Lebensmittelzusätzen und pharmazeutisch wirksamen Substanzen.

Der fadenförmige Aspergillus niger ist eine der Hauptquellen der in vielen Lebensmitteln enthaltenen Zitronensäure. Der Pilz produziert die Säure als Zwischenprodukt seines Stoffwechsels und wird zu diesem Zweck im großen Maßstab biotechnologisch gezüchtet. Daneben hilft Aspergillus der Lebensmittelindustrie auch bei der Herstellung weiterer Substanzen. Er erzeuge etwa Glukoamylase, das wichtigste Enzym in der Backindustrie, erklärt die an der Sequenzierungsarbeit beteiligte Ursula Rinas vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung.

Im Haushalt ist Aspergillus dagegen der verbreitetste Schimmelpilz, wächst beispielsweise auf Brot und produziert dabei die bekannten schwarzen Sporen, nach denen er benannt ist (lateinisch niger = schwarz). Er ist eng verwandt mit Aspergillus fumigatus, der als Krankheitserreger die Lunge befallen und schwere Infektionen auslösen kann. Ein Vergleich der Genome beider Arten soll nun unter anderem Aufschluss darüber geben, warum die zweite Pilzart viel gesundheitsgefährdender ist.

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