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Genetik: Erbgutanalyse zeigt Veränderungen prähistorischer Maiszüchtung

Nur wenige Prozent des Maisgenoms haben Bauern durch Züchtung gezielt ausgewählt. Die meisten Veränderungen im Erbgut der Pflanze traten während der Domestikation eher zufällig auf, haben US-Forscher herausgefunden.

Stephen Wright von der Universität von Kalifornien in Irvine und seine Kollegen hatten das Genom von Mais sowie seiner mutmaßlichen Stammpflanze, Teosinte, nach Unterschieden durchforstet. Bei 774 Genen war jeweils ein Baustein ausgetauscht. Die Forscher schätzen, dass zwei bis vier Prozent dieser Veränderungen durch künstliche Zuchtauswahl verursacht worden sind. Bei einem Erbgut von etwa 60 000 Genen entspräche das ungefähr 1200 Stück. Mais wird vermutlich seit 7500 Jahren gezüchtet.

Der große Rest der Unterschiede zwischen Mais und Teosinte wäre durch einen so genannten Flaschenhalseffekt zu erklären, bei dem sich bestimmte Genveränderungen einer kleinen Population zufällig durchsetzen können. Nach Ansicht der Forscher spielen solche Flaschenhälse eine große Rolle bei der Domestikation von Tieren und Pflanzen, aber auch bei der Entwicklung des Menschen. Anthropologen vermuten, dass bei der Ausbreitung des Menschen von seinem Ursprungsort Afrika nur wenige Individuen den Kontinent verlassen hatten.

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