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Erdbebenforschung: Erdbeben können Vulkanausbrüche auslösen

Wenn die Erde bebt, lösen sich Spannungen in der Erdkruste. Die damit verbundene Druckentlastung kann vulkanische Magmen leichter aufsteigen lassen.

Zu diesem Ergebnis kamen Thomas Walter und Falk Amelung von der Universität Miami, nachdem sie in Aufzeichnungen zu Vulkanausbrüchen und Erdbeben des Mauna Loa auf Hawaii nach zeitlichen und räumlichen Zusammenhängen gesucht hatten.

Der Prozess ähnelt einer beim Öffnen überschäumenden Sprudelflasche, erklären die Wissenschaftler: Vor einem Beben verhindern die verkeilten Gesteinsschichten, dass sich die gasreiche Gesteinsschmelze ausdehnt. Verlagern sich jedoch durch einen Erdstoß die Spannungen, fehlt der immense Gegendruck plötzlich. Erschüttert das Beben zudem die Magmenkammer, kann das Gas der Schmelze schlagartig entweichen und den Innendruck weiter erhöhen, bis der Vulkan regelrecht überschäumt.

Mit Hilfe eines Simulationsprogrammes konnten die Forscher zeigen, wie sich die Spannungen innerhalb der Erdkruste verlagern und so die Zusammenhänge zwischen Erdbeben und Vulkanausbrüchen erklären. Bereits bekann war, dass Intrusionen auf ihrem Weg zur Erdoberfläche Erdbeben auslösen können – der umgekehrte Ablauf war bislang umstritten.

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