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Klimawandel: Erderwärmung macht Austern empfindlicher für Gifte

Die Aufheizung der Ozeane als Folge des globalen Klimawandels könnte empfindliche Auswirkungen auf die Muschelfauna und vor allem die Austernzucht haben, da die Mollusken bei höheren Wassertemperaturen eher zu Vergiftungen durch Metalle wie Kadmium neigen.

Das könnte nach Ansicht von Gisela Lannig von der Universität von North Carolina vor allem in stärker verschmutzten Küstengewässern tödliche Auswirkungen für die Schalentiere haben. Da Austern (Crassostrea virginica) kaltblütige Organismen sind, ändert sich ihre Körper- mit der sie umgebenden Wassertemperatur. Bei 20 und 24 Grad Celsius warmen Wasser erhöht nun das im Meer befindliche Schwermetall Kadmium zusätzlich den körperlichen Stoffwechsel der Tiere. Wenn das Wasser 28 Grad Celsius erreicht, erhöht sich zwar die Stoffwechselrate nicht noch weiter, aber die Lebensfähigkeit der Muscheln sinkt nun beträchtlich ab, da nach Ansicht der Forscherin das toxische Metall die Mitochondrien in den Zellen der Muscheln schädigt. Der genaue Mechanismus ist allerdings noch unklar.

Kadmium zirkuliert beständig zwischen Land, Luft und Wasser und reichert sich dabei auch im Gewebe von Mensch und Tier an. Im menschlichen Körper beeinflusst es den Kalzium-Stoffwechsel sowie die Einlagerung von Kalzium in die Knochen – schwere Krankheiten wie Itai-Itai können die Folge sein.
12.07.2005

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 12.07.2005

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