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Sonnensystem: Erdnahen Asteroiden klassifiziert

Apophis
Wissenschaftlern gelang es die chemische Zusammensetzung des Asteroiden Apophis zu ermitteln. Dieser wird der Erde im Jahr 2036 möglicherweise gefährlich nahe kommen.

Astronomen um Richard Binzel vom Massachusetts Institut of Technology (MIT) untersuchten den dreihundert Meter großen Gesteinsbrocken mit Hilfe der optischen und Infrarot-Teleskope in Chile und Hawaii. Aus dem Vergleich mit Meteoriten, die auf der Erde gefunden wurden, lässt sich schließen, dass es sich bei Apophis – Katalogname 2004 MN4 – um den seltenen Typen eines LL-Chondriten handelt. Nur sieben Prozent aller Funde fallen in diese Kategorie. Sie zeichnen sich durch eine besondere Pyroxen- und Olivin-Häufigkeit aus, Minerale, die auf der Erde häufig anzutreffen sind. "Das Schöne daran, Meteorite identifiziert zu haben, die mit Apophis übereinstimmen ist, dass wir aus deren Dichte und Härte auf Eigenschaften des Asteroiden schließen können," erläuterte Binzel.

Apophis würde bei einem Treffer auf der Erde eine Region verwüsten, die der kombinierten Fläche von Deutschland, Österreich und der Schwiz entspricht. Durch Flutwellen und den Auswurf des Einschlagskraters würden große Teile der Erde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die neuen Informationen liefern jetzt eine Grundlage für das weitere Vorgehen. Sollte eine Abfangmission nötig werden, ermöglichen die Daten Hinweise darauf, ob der Asteroid mit einer Bombe oder durch Strahlenbeschuss zerstört oder abgelenkt werden kann, oder ob ihn ein "interplanetarer Schleppkahn" auf eine ungefährliche Flugbahn ziehen muss. Das Risiko für eine Kollision lässt sich erst sicher ermitteln, wenn Apophis seinen Erdvorbeiflug 2029 getätigt hat. (dre)

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