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News: Erfolgreiche Immuntherapie gegen Krebs

Normalerweise lässt sich ein Tumor in seinem Wachstum von Immunzellen höchst selten beeindrucken. Besonders streitbare T-Zellen - außerhalb des Körpers vermehrt und dann in großer Zahl reimportiert - lassen jedoch den Krebs schrumpfen.
Im Kampf gegen Krebs liegt eine Hoffnung von Wissenschaftlern und Ärzten auch in der körpereigenen Immunabwehr der Patienten. Denn Krebszellen haben ihr eigenes Profil – darauf trainierte Immunzellen sollten also Tumoren erkennen und angreifen können.

Doch bisher waren Ansätze der Immuntherapie wenig erfolgreich. Denn die von den behandelnden Ärzten eingesetzten T-Zellen – sonst recht streitbare Kämpfer – überlebten nur zu Bruchteilen die Injektion. Und selbst diese Ausnahmen hielten es oft nur wenige Tage aus, bevor sie zugrunde gingen und mit ihnen die Hoffnung von Patienten und Ärzten.

Steven Rosenberg und seine Kollegen vom National Cancer Institute haben nun aber einen neuen Weg gefunden, besonders streitbare Vertreter der Immunzellen erst außerhalb des Körpers zu vermehren und sie anschließend dem Krebspatienten erfolgreich zurückzugeben.

An der Studie nahmen dreizehn Krebspatienten teil, die an dem sehr gefährlichen schwarzen Hautkrebs litten. Ihre Prognosen waren schlecht: Die behandelnden Ärzte hatten ihnen nur noch wenige Monate eingeräumt. So machten sich Rosenberg und sein Team in Tumorproben der Patienten auf die Suche nach überdurchschnittlich angriffslustigen T-Zellen, welche die Tumoren infiltriert hatten.

Im Laborversuch stellten die gewonnen Zellen ihre Leistungskraft unter Beweis. Diejenigen, denen es gelang, Tumorgewebe desselben Patienten erfolgreich zu reduzieren, wurden vermehrt und den Erkrankten wieder verabreicht. Um das Immunsystem nur mit den wehrhaften Zellen auszustatten, reduzierten die Ärzte zuvor mittels Chemotherapie die bestehenden Zellbestände der Immunabwehr.

Die injizierten T-Zellen erwiesen sich in den meisten Fällen als sehr erfolgreich: In sechs der dreizehn Patienten reduzierten die Immunzellen die Tumoren um mindestens fünfzig Prozent, und bei vier weiteren beobachten die Forscher zumindest das Schrumpfen der Tumoren. Insgesamt profitierten zehn Patienten vom neuen Ansatz profitiert – einige von ihnen waren selbst zwei Jahre nach der ersten Behandlung noch am Leben.

Doch obwohl die Behandlung auch Tochtergeschwüre in Lunge und Leber erreichte und bekämpfte, bleibt ein Wermutstropfen: Nicht bei allen Patienten schlug die Therapie an. Warum bei manchen der Erfolg ausbleibt, können sich Rosenberg und seine Kollegen nicht erklären. Allerdings hoffen sie, mit einem verbesserten Protokoll den Erfolg noch zu steigern und dann eventuell auch solche Erkrankungen wie die Immunschwäche AIDS behandeln zu können.

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