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Raketen: Erfolgreiche Testzündung der Falcon-9-Triebwerke

Erste Probezündung der Falcon 9 am 13. März 2010
Mit der erfolgreichen Erprobung der Raketenmotoren der Falcon 9 am 13. März 2010 konnte die Herstellerfirma SpaceX einen erfolgreichen und praktisch fehlerfreien Countdown für sich verbuchen. Noch vier Tage zuvor, am 9. März 2010, wurde die Testzündung zwei Sekunden vorher abgebrochen, wir berichteten. Diesmal lief alles glatt und um 12:30 Uhr Ortszeit zündeten alle neun Haupttriebwerke der ersten Stufe der Falcon 9 für eine Dauer von dreieinhalb Sekunden.

Während der kurzen Brennphase auf der Startrampe 40 im Kenndey Space Center der NASA hielten massive Klammern die Rakete gegen den mächtigen Schub ihrer Triebwerke fest. Damit die Rampe nicht im Feuerstrahl der Raketenmotoren selbst abbrannte, wurde sie mit großen Mengen Wassers besprüht, das die Flammengrube der Rampe kühlte und vor Schäden schützte.

Nach der inoffiziellen Planung steht nun der Jungfernflug der Falcon 9 am 12. April 2010 bevor, allerdings lässt sich SpaceX in dieser Hinsicht nur ungern in die Karten schauen. An Bord dieses ersten Prototypen befindet sich eine Attrappe der Dragon-Nutzlastkapsel, die bei späteren Flügen die Internationale Raumstation ISS mit Frachtgütern und Lebensmitteln versorgen soll.

Die Trägerrakete Falcon 9 ist nach Abbruch des Constellation-Programms im Februar 2010 durch den US-Präsidenten Barack Obama eine der Hoffnungen der US-Raumfahrtbehörde NASA, doch mit US-Trägerraketen zur ISS zu fliegen. Damit verringerte sich die Abhängigkeit von den russischen Sojus-Raumkapseln, wenn das Spaceshuttle-Programm Anfang 2011 nach dreißig Jahren Betrieb endgültig eingestellt wird.

Mit der Falcon 9 wollen die Betreiber anfänglich Fracht und Nachschubgüter mit der ebenfalls von SpaceX entwickelten Raumkapsel Dragon zur ISS transportierten. Später soll die Dragon auch mit bis zu sieben Astronauten bemannt in die Umlaufbahn starten.

Die Falcon 9 ist eine aus Sicherheitsgründen bewusst einfach und robust gebaute Trägerrakete und greift daher so weit wie möglich auf bewährte Technologien des US-Raumfahrtprogramms zurück. Die Rakete ist zweistufig und verbrennt in beiden Stufen eine Mischung aus flüssigem Sauerstoff und Kerosin. Diese vergleichsweise leicht zu beherrschende und bewährte Treibstoffkombination kam schon in US-Trägerraketen der späten 1950er Jahre zum Einsatz.

Die erste Stufe der Falcon 9 fällt besonders dadurch auf, dass sich an ihrem Ende neun gleichartige Raketentriebwerke des Typs Merlin befinden, die dort in einem quadratischen Raster montiert sind. Sie liefern beim Start einen Schub von insgesamt 5000 Kilonewton. Die zweite Stufe verwendet ein einzelnes Merlin-Triebwerk, dass 617 Kilonewton Schub leistet.

In eine niedrige Erdumlaufbahn wie diejenige der ISS kann eine Falcon 9 rund zehn Tonnen Nutzlast transportieren. Zusammen mit einer Dragon-Raumkapsel lassen sich so rund sechs Tonnen Fracht zur ISS befördern. Da die Raumkapsel mit einem Hitzeschild ausgestattet ist, kann sie bis zu drei Tonnen Nutzlast wieder zur Erde zurück befördern. In der geplanten bemannten Version lassen sich bis zu sieben Astronauten ins All transportieren – allerdings auf sehr engem Raum.

Die Falcon 9 wird nicht nur für die NASA fliegen, sondern soll auch als preiswerte Rakete auf dem kommerziellen Markt zum Start von Telekommunikations- und Erderkundungssatelliten angeboten werden. Derzeit nennt SpaceX einen Preis von 44 Millionen US-Dollar pro Rakete für einen Flug in eine niedrige Erdumlaufbahn.

Damit ist sie wesentlich preiswerter als eine europäische Ariane-5-Rakete, deren Startkosten mehr als das Doppelte betragen sollen (offizielle Preisangaben zu Flügen mit der Ariane 5 sind nicht öffentlich zugänglich). Sollte sich Falcon 9 als eine zuverlässige Rakete herausstellen, so erwüchse hier dem derzeitigen Marktführer Ariane 5 eine durchaus ernsthafte Konkurrenz.

Tilmann Althaus

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