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Transplantationsmedizin: Erfolgsaussichten für Organverpflanzung künftig berechenbarer?

Über Erfolg oder Misserfolg einer Lebertransplantation entscheiden drei Faktoren: Das Alter des Spenders, die Zeit, in der das Organ zwischen Spende und Verpflanzung gekühlt wurde und wie dringend der Patient das Transplant braucht. Wie jetzt ein Forscherteam um Derek Moore von der Vanderbilt-Universität herausgefunden hat, verschlechtern sich die Erfolgschancen deutlich, wenn das Spenderalter über 60 Jahren und die Kühldauer über zwölf Stunden liegt sowie der Patient das neue Organ sehr dringend benötigt.

Drei von vier Patienten in einem noch nicht unmittelbar lebensbedrohlich organbedürftigen Stadium überleben demnach eine Transplantation mindestens fünf Jahre mit "einer Leber, deren Spender unter 60 Jahre alt war und die nicht länger als zwölf Stunden gekühlt wurde", fassen die Forscher über das Ergebnis ihrer Studie zusammen. War der Spender älter, die Kühlzeit länger und die Dringlichkeit des Eingriffes höher, liege die Überlebensrate nach fünf Jahren bei nur 35 Prozent.

Aufgrund ihrer Resultate glauben die Forscher nun ein Modell entwickeln zu können, mit dem sich die Erfolgsaussichten von Lebertransplantationen künftig besser einschätzen und optimieren lassen. Pro Jahr sterben etwa 2000 Menschen mit Lebererkrankungen im Endstadium während sie auf ein Spenderorgan warten. Im Jahr 2000 standen 17 000 Patienten auf der Warteliste für eine Lebertransplantation – nur 5000 erhielten jedoch ein neues Organ.

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