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Zellregeneration: Erholung für die Sinne

Schäden im Innenohr lassen sich entgegen früherer Annahmen teilweise beheben.
Haarzellen

Geschädigte Haarzellen in der Hörschnecke bleiben ein für alle mal verloren – so die bisherige Lehrmeinung. Forschern um Albert Edge von der Harvard Medical School in Boston gelang es nun jedoch, die Hörfähigkeit ertaubter Mäusen wiederherzustellen.

Geschädigte Cochlea | Im linken Bild sind durch starken Lärm geschädigte Haarzellen zu erkennen. Nach Gabe eines Gamma-Sekretase-Inhibitors wandelten sich benachbarte Stützzellen in Haarzellen um und ersetzten so die defekten Sinneszellen (rechts).

Die Wissenschaftler verabreichten den Nagern, die durch ein Lärmtrauma ihr Gehör verloren hatten, einen Stoff, der das Enzym Gamma-Sekretase hemmt. Dieser Inhibitor blockiert einen zellulären Pfad, den Notch-Signalweg, der nach einer akuten Schädigung überaktiviert ist.

Die Hemmung bewirkte, dass sich umliegende Stützzellen in Haarzellen verwandelten und die zerstörten Sinneszellen ersetzten. Die Nager erlangten dadurch ihr Hörvermögen teilweise wieder. Bei neugeborenen, gesunden Mäusen ließ derselbe Wirkstoff besonders viele Haarzellen aus den neuronalen Stammzellen des Innenohrs sprießen.

Sollten sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sein, böte das eine große Chance: Rund eine Viertelmilliarde Menschen weltweit leiden an einer Schädigung des Gehörs.

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