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Langlebigkeit: Wie man sich ein langes Leben isst

Eine gesunde Ernährung besteht aus Obst, Gemüse – und noch? Eine neue Studie nennt fünf Ernährungsweisen, die die Lebensdauer erhöhen können. Es kann schon reichen, nur eine davon zu befolgen.
Eine Person in einer Schürze hält eine Schüssel mit einem bunten Salat, der aus Falafel, Quinoa, Edamame, Gurkenscheiben, Spinat und Sesam besteht. Die Person arrangiert die Zutaten mit einer Pinzette. Der Hintergrund ist unscharf, was den Fokus auf das Essen lenkt.
Dies ist eine maschinell erzeugte Übersetzung eines Artikels der internationalen Partner von Spektrum.de. Er wurde von uns überprüft, jedoch nicht redaktionell bearbeitet. Gerne können Sie uns Ihr Feedback am Ende des Artikels mitteilen.

Es gibt eine Sache, in der sich das Internet, Ihre Mutter und die Wissenschaft einig sind: Obst und Gemüse zu essen, ist gut für Ihre Gesundheit. Darüber hinaus könnte laut einer neuen Studie die Einhaltung einer von fünf bestimmten Diäten Ihre Lebenserwartung erhöhen. Obst und Gemüse sind hier aber ebenfalls Programm.

Durch die jahrelange Beobachtung von mehr als 100 000 Menschen in Großbritannien fanden Forschende heraus, dass diejenigen, deren Ernährungsgewohnheiten einer von fünf bekannten Diäten ähnelten, tendenziell länger lebten als Menschen, die sich nicht an solche Ernährungsweisen hielten. Besonders interessant: Das Team stellte fest, dass diese fünf Ernährungsweisen selbst nach Bereinigung einiger Störfaktoren – beispielsweise ob die Menschen rauchten, wie viel sie sich bewegten sowie welchen Bildungsstand und welche ethnische Zugehörigkeit sie hatten – das Sterberisiko um 18 bis 24 Prozent verringerten; und das unabhängig von der Todesursache.

Für Frauen bedeutet dies eine zusätzliche Lebenserwartung von etwa 1,5 bis 2,3 Jahren. Bei Männern sind es etwa 1,9 bis 3 Jahre. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.

Die fünf von den Forschenden herausgearbeiteten Ernährungsweisen drehten sich um Obst, Gemüse, gesunde Fette und Vollkornprodukte bei einem minimalen Anteil von verarbeiteten Lebensmitteln. Insbesondere die Ballaststoffaufnahme wirkte sich stark positiv auf die Lebenserwartung aus, während der Konsum von zuckerhaltigen Getränken mit einer höheren Gesamtsterblichkeit in Verbindung gebracht wurde.

Marion Nestle ist emeritierte Professorin für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften an der New York University und sagt, die Ergebnisse seien zwar nicht überraschend, aber sie unterstützten bisherige Untersuchungen zu gesunder Ernährung.

»Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass es eine so tiefgehende, komplexe und umfangreiche Studie braucht, um zu schlussfolgern, dass eine gesunde Ernährung gut für die Gesundheit und für ein langes Leben ist«, sagt sie.

»Die Studie zeigt auch, dass es viele und vor allem funktionierende Möglichkeiten gibt, sich gesund zu ernähren«, fügt sie hinzu.

Man kann sich die in der Studie empfohlenen Ernährungsweisen eher wie akademische Richtlinien als wie eine Reihe von Ernährungsregeln vorstellen, wie man sie in populären Diäten wie der »Keto«- oder der »Paleo«-Diät findet. Die empfohlenen Ernährungsweisen beruhen stattdessen auf folgenden Prinzipien:

Alternate Healthy Eating Index: fördert den Verzehr von Lebensmitteln, die bekanntermaßen chronischen Krankheiten vorbeugen.

Alternative mediterrane Ernährung: ähnelt der mediterranen Ernährung, bezieht jedoch auch Lebensmittel mit ein, die von Menschen außerhalb dieser Region verzehrt werden.

Index für gesunde pflanzliche Ernährung: bewertet Ernährungsweisen, belohnt pflanzliche Ernährung und ermutigt dazu, weniger tierische Produkte zu konsumieren.

Ernährungsansätze zur Vorbeugung von Bluthochdruck: konzentriert sich auf Lebensmittel, die zur Senkung des Blutdrucks und zur Herzgesundheit beitragen können.

Diabetes Risk Reduction Diet: reduziert hochglykämische Lebensmittel – also Lebensmittel, die den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lassen.

Die Forschenden berücksichtigten auch die genetische Veranlagung der Teilnehmenden für Langlebigkeit. Interessanterweise profitierten Teilnehmende mit einer genetisch gesehen höheren Wahrscheinlichkeit für Langlebigkeit tendenziell weniger von einer gesunden Ernährung. Menschen, die genetisch dahingehend schlechter aufgestellt waren, profitierten allerdings mehr davon, wie Sofiya Milman bemerkt. Sie ist Direktorin für Human Longevity Studies am Institute for Aging Research am Albert Einstein College of Medicine und war nicht an der Studie beteiligt.

Dennoch fügt sie hinzu, dass eine gesunde Ernährung auch unabhängig von der Genetik eine gute Idee ist.

»Dies ist eine gut durchgeführte Assoziationsstudie«, sagt Sai Das, Professorin für Ernährungswissenschaften an der Tufts University, die ebenfalls nicht an der Studie beteiligt war. Die Studie war kein kontrolliertes Experiment, bei dem Teilnehmende sich strikt an die fünf Ernährungsweisen halten sollten. Darum könne man nicht sagen, dass ausgerechnet die Ernährung zu einer längeren Lebensdauer geführt hat. Aber die große Stichprobengröße würde die Ergebnisse untermauern, sagt sie.

»Wir wissen seit jeher, dass die Ernährung ein wichtiger Einflussfaktor für chronische Krankheiten ist«, sagt Das und fügt hinzu, dass die in der Studie genannten Ernährungsweisen »wissenschaftlich sehr gut fundiert« seien.

Die Studie weist aber noch einige Einschränkungen auf. Die Autorinnen und Autoren merken an, dass sie potenzielle Störfaktoren nicht ausschließen konnten, wie den Zugang zur Gesundheitsversorgung oder das allgemeine »Gesundheitsbewusstsein« der Teilnehmenden. Und da die Studie in Großbritannien durchgeführt wurde, ist unklar, ob die Befunde auch auf Menschen in anderen Ländern zutreffen würden.

Sai Das empfiehlt, sich nicht so sehr damit zu beschäftigen, um wie viele Jahre die Ernährungsweise die Lebenserwartung erhöht. »Es geht nicht darum, auf 1,5 oder 1,7 Jahre zu setzen«, sagt sie. Stattdessen gehe es darum, dass »man länger lebt, wenn man mehr gesunde Lebensmittel zu sich nimmt.«

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