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Ernährung: Zucker tötet Darmbakterien, die Fettleibigkeit vorbeugen

Dass zu viel Zucker der Gesundheit schadet, ist bekannt. Nun zeigt sich im Mausmodell: Er stört auch das Darmmikrobiom sowie die Immunreaktion, die starkem Übergewicht vorbeugt.
Unterschiedlich verzierte Donuts
Donuts enthalten meist viel Zucker. Und wer viel zuckerhaltige Nahrung zu sich nimmt, bringt womöglich sein Darmmikrobiom durcheinander. Eine Folge könnte ein erhöhtes Körpergewicht sein.

Im menschlichen Darm schlummern Bakterien, die für die Entstehung von Immunzellen sorgen – und die wiederum unterbinden die Bildung von Fettzellen. Doch eine stark zuckerhaltige Ernährung kann die Zahl dieser Mikroben verringern, wie Yoshinaga Kawano von der Columbia University in New York und sein Team in einer aktuellen Studie im Fachblatt »Cell« beschreiben. Mit Experimenten an Mäusen haben sie gezeigt, wie die Ernährung, das Darmmikrobiom und spezielle Immunzellen zusammenhängen und vor Fettleibigkeit und anderen Stoffwechselkrankheiten schützen.

Das metabolische Syndrom umfasst mehrere Gesundheitszustände wie einen hohen Blutzuckerspiegel oder Fettleibigkeit, die zusammengenommen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöhen. Kawano und seine Kollegen fanden nun heraus, dass bestimmte Darmbakterien bei Mäusen dazu beitragen, die Risikofaktoren für ein metabolisches Syndrom zu verringern. Die Mikroben sorgen für einen Anstieg spezieller T-Helferzellen, der so genannten TH17-Zellen. Wie die Forschenden entdeckten, bewirken diese Immunzellen, dass im Darm weniger Fett aufgenommen wird.

Fütterten die Wissenschaftler die Mäuse mit einer fett- und zuckerreichen Nahrung, wurden die hilfreichen Bakterien im Darm abgetötet. Mikrobiotische Präparate verhinderten jedoch, dass die Mäuse trotz der stark fett- und zuckerhaltigen Ernährung dicker wurden oder ein metabolisches Syndrom entwickelten. Eine genauere Betrachtung ergab, wie das Übergewicht zuvor zu Stande kam: Der hohe Zuckergehalt förderte das Wachstum von Bakterien der Familie Erysipelotrichaceae, die wiederum die immunregulierenden Bakterien abtöteten. Bekamen die Mäuse keinen Zucker mehr zu fressen, entwickelten sie auch keine Fettleibigkeit und kein metabolisches Syndrom mehr. Allerdings nur, wenn die Tiere noch über von Bakterien produzierte TH17-Zellen verfügten.

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