Direkt zum Inhalt

Sonne: Erste 360-Grad-Aufnahme der Sonne

Die SonneLaden...
Die Sonne in 3DLaden...
Die Sonne in 3D | Am 6. Februar 2011 sandten die beiden STEREO-Raumsonden der NASA erstmals Bilder von der kompletten Sonne zur Erde.
Update:
Es ist enthüllt: Am 6. Februar 2011 präsentierte die NASA die ersten Bilder der kompletten Sonne in 3D. Nun ist kein Winkel unseres heißen Zentralgestirns mehr verborgen.





Die Sonne aus einer 360-Grad-PerspektiveLaden...
Die Sonne aus einer 360-Grad-Perspektive | Am 6. Februar 2011 werden die beiden Raumsonden der NASA, STEREO Ahead und STEREO Behind, mit der Sonne einen Winkel von genau 180 Grad einschließen und sie daher von entgegengesetzten Seiten vollständig ablichten. Zum ersten Mal lässt sich so die Sonne gleichzeitig in einer Perspektive von 360 Grad aufnehmen.
Am 6. Februar 2011 ist es soweit: Die beiden STEREO-Raumsonden der NASA senden eine Rundumaufnahme der Sonne zur Erde. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit offenbart sich dem fotografischen Blick gleichzeitig die Vor- und Rückseite der Sonne. Dieses bemerkenswerte Ereignis findet statt, sobald die zwei Sonden am 6. Februar mit der Sonne einen Winkel von 180 Grad einschließen, sich also von der Sonne aus gesehen auf genau gegenüberliegenden Positionen befinden (siehe Bild).

Die beiden Weltraumobservatorien, STEREO A (Ahead) und STEREO B (Behind), wurden im Oktober 2006 von der Raketenbasis Cape Canaveral Air Force Station in Florida gestartet und auf ihre jetzige Umlaufbahn gebracht. In entgegengesetzten Richtungen umkreisen die nahezu identischen Sonden die Sonne; die eine fliegt der Erde in ihrer Umlaufbahn voraus, die andere ist auf dem Weg hinter das heiße Zentralgestirn. Die STEREO-Sonden werden das erste gleichzeitig aufgenommene dreidimensionale Bild liefern, das die Sonne aus einer Perspektive von 360 Grad zeigt.

Bis zu diesem Zeitpunkt gab es stets einen unbeobachtbaren Teil der Sonne. Zwar dreht sich dieser unsichtbare Bereich aufgrund der Sonnenrotation innerhalb von maximal zwei Wochen in unser Gesichtsfeld, aber eine gleichzeitige Beobachtung der gesamten Sonnenoberfläche war bis anhin unmöglich. Die STEREO-Sonden machen die beiden Pole der Sonne zur gleichen Zeit sichtbar und ermöglichen es so, das Magnetfeld der Sonne zu modellieren und zu untersuchen, wie es von Sonneneruptionen, Masseauswürfen in der Atmosphäre, beeinflusst wird. Die Forscher erhoffen sich Antwort auf die Frage, warum das polare Magnetfeld ein guter Vorhersager für Sonnenaktivität ist.

Acht Jahre lang bleibt kein Winkel der Sonne unsichtbar

Da STEREO den Flug hinter die Sonne auch nach dem Erreichen des 180-Grad-Winkels fortsetzt, wird der verborgene Bereich der Sonnenoberfläche nach dem 6. Februar wieder zunehmen. Diese Lücke füllt der im Februar 2010 von der NASA ins All geschossene Beobachtungssatellit SDO (Solar Dynamics Obseravtory). SDO befindet sich in einem geostationären Orbit; umläuft die Sonne also mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Erde. Die STEREO-Sonden sorgen in Kombination mit dem SDO-Satelliten ab dem 6. Februar dafür, dass sich in den nächsten acht Jahren die gesamte Sonnenoberfläche beobachten lässt. Die überlappenden Daten werden wichtige Informationen zum Weltraumwetter liefern und helfen, aktive Regionen, die Sonnenstürme erzeugen, besser vorauszuberechnen. Keine Aktivität auf der Sonne wird den Beobachtern mehr entgehen.

Die Wissenschaftler des STEREO-Programms erwarten in den nächsten vier Jahren mitverfolgen zu können, wie die Zahl der Sonnenflecken innerhalb des Sonnenzyklus zunimmt. Zunächst aber ist das große Ereignis am 6. Februar im Fokus: An diesem Tag wird die NASA enthüllen, was bisher noch keiner gesehen hat; die erste Aufnahme der gesamten Sonne in einer 360-Grad-Perspektive.

Rahel Heule

Lesermeinung

Beitrag schreiben

Wir freuen uns über Ihre Beiträge zu unseren Artikeln und wünschen Ihnen viel Spaß beim Gedankenaustausch auf unseren Seiten! Bitte beachten Sie dabei unsere Kommentarrichtlinien.

Tragen Sie bitte nur Relevantes zum Thema des jeweiligen Artikels vor, und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion behält sich vor, Leserzuschriften nicht zu veröffentlichen und Ihre Kommentare redaktionell zu bearbeiten. Die Leserzuschriften können daher leider nicht immer sofort veröffentlicht werden. Bitte geben Sie einen Namen an und Ihren Zuschriften stets eine aussagekräftige Überschrift, damit bei Onlinediskussionen andere Teilnehmer sich leichter auf Ihre Beiträge beziehen können. Ausgewählte Lesermeinungen können ohne separate Rücksprache auch in unseren gedruckten und digitalen Magazinen veröffentlicht werden. Vielen Dank!

Partnervideos