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News: Erste Daten von Corot

Der Planetenjäger Corot meldet seinen ersten Fang. Er hat einen Exoplaneten mit 1,3 Jupitermassen und dem knapp zwanzigfachen Erddurchmesser aufgespürt. Der Planet mit der prosaischen Bezeichnung Corot-Exo-1b kreist um einen 1500 Lichtjahre entfernten, sonnenähnlichen Stern. Für einen Umlauf benötigt er lediglich 1,5 Tage. Corot-Exo-1b ist mithin ein aufgeblähter Gasriese in einem engen, ungemütlich heißen Orbit.
Corot
Die Entdeckung wurde an der Wiener Uni-Sternwarte präsentiert. Das 300 Kilogramm schwere, französische Weltraumteleskop Corot startete am 27. Dezember 2006 ins All. Unter der Beteiligung Deutschlands, Österreichs, Belgiens, Spaniens und Brasiliens sowie der Esa als überstaatlicher Organisation überwacht Corot gleichzeitig 12000 ferne Sonnen. Das Teleskop peilt für jeweils 150 aufeinander folgende Tage eine Region im Sternbild Einhorn oder ein Gebiet zwischen den Sternbildern Adler, Schild und Schlange an. Verringert sich die Helligkeit eines Gestirns in regelmäßigen Abständen für jeweils mehrere Minuten oder Stunden, deutet das auf die Existenz eines umlaufenden Exoplaneten hin. Dieser zieht dann nämlich – von uns aus gesehen – regelmäßig vor seiner Sonne vorbei, wobei er einen Teil ihrer gleißenden Scheibe bedeckt. Astronomen nennen einen solchen Vorüberzug "Transit".

Um den Transit unserer Erde vor der Sonne zu sehen, müssten Außerirdische die Sonnenhelligkeit mit einer Genauigkeit von 0,008 Prozent überwachen. Größere Planeten wie Jupiter oder Saturn vermindern die Helligkeit der Sonne zwar bereits um ein Hundertstel, wenn sie vor ihrer gleißenden Scheibe vorüberziehen – allerdings nur alle zwölf beziehungsweise 29 Jahre, wenn man aus einer feststehenden Richtung beobachtet. Deshalb wird bei der Transitmethode eine möglichst kontinuierliche Überwachung angestrebt, das heißt ohne Unterbrechung durch den irdischen Tag-Nacht-Rhythmus. Solch eine störungsfreie Beobachtung ist nur vom All aus möglich. Im Weltraum können die Beobachtungsinstrumente außerdem ihre Leistungsfähigkeit voll ausspielen, weil ihre Sicht nicht durch atmosphärische Turbulenzen beeinträchtigt wird.

Während der nächsten zweieinhalb Jahre werden Corot voraussichtlich hunderte weitere Exoplaneten ins Netz gehen. Neben den leichter nachzuweisenden Gasriesen hoffen die Forscher auch auf den Fund von Dutzenden kleinen erdähnlichen Planeten. Am ehesten fielen solche terrestrischen Trabanten in der Umgebung von Roten Zwergen auf. Denn dort reicht schon ein bescheidener Himmelskörper, um einen messbaren Anteil der Sternoberfläche zu bedecken.

Christian Pinter / FS

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