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Epidemie in Zentralafrika: Erste Ebola-Erkrankung in Frankreich aufgetreten

Ein Arzt hatte sich mit dem gefährlichen Ebolavirus infiziert und wurde nach seiner Ankunft in Frankreich in eine Spezialklinik eingeliefert. Dass die Epidemie in Zentralafrika auch Erkrankungen in Europa verursacht, ist nicht überraschend.
Ein verrostetes Schild warnt vor Ebola.
Zur den Maßnahmen gegen Ebola in der DR Kongo gehören auch Informationskampagnen in der Bevölkerung – so wie dieses Schild, das davor warnt, Tierkadaver im Wald anzufassen. Das Virus springt immer wieder von Wildtieren auf Menschen über.

In Frankreich ist erstmals infolge des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo eine Erkrankung an Ebolafieber aufgetreten. Wie das französische Gesundheitsministerium heute bekannt gab, handelt es sich bei dem Erkrankten um einen Arzt, der von einem humanitären Einsatz im Epidemiegebiet zurückkehrte. Er sei direkt nach seiner Rückkehr in eine Spezialklinik eingeliefert worden und befinde sich in stabilem Zustand, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Behörden seien nun dabei, die Kontaktpersonen des Infizierten nachzuverfolgen; sie müssen 21 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben. Dass sich das Virus durch Erkrankte innerhalb Europas verbreitet, ist außerordentlich unwahrscheinlich.

Der Ebola-Fall in Frankreich kommt nicht überraschend. Dass es im Zuge der Epidemie auch Erkrankte außerhalb Afrikas gibt, ist wegen der internationalen humanitären Hilfe in der Region erwartbar. Die französischen Behörden hatten deswegen ein Überwachungssystem eingerichtet. Bereits im Mai war ein erkrankter US-Amerikaner in Deutschland behandelt worden. Insbesondere medizinisches Personal, das im direkten Kontakt mit Erkrankten steht, steckt sich leicht an. Beim bisher größten Ebola-Ausbruch von 2014 bis 2016 hatte medizinisches Personal ein bis zu 40-fach erhöhtes Infektionsrisiko gegenüber der Allgemeinbevölkerung. Hunderte starben, vornehmlich Pflegepersonal.

Zentrum des Ausbruchs ist die Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Dort versuchen die Behörden und ausländische Gesundheitsorganisationen derzeit, das Virus einzudämmen und die Größe des Ausbruchs abzuschätzen. Die Weltgesundheitsorganisation gab den Ausbruch am 5. Mai 2026 bekannt, doch es wurde schnell deutlich, dass das Virus bereits seit einigen Wochen unter Menschen zirkulierte. Fachleute gehen deswegen davon aus, dass der Ausbruch wesentlich größer ist, als die rund 1000 bisher bestätigten Fälle nahelegen. Der Ausbruch ist so schwer zu bekämpfen, weil weniger internationale Hilfsgelder zur Verfügung stehen und die ebenfalls betroffenen Provinzen Nord- und Süd-Kivu Schauplatz bewaffneter Konflikte sind. Tests und Nachverfolgung von Infizierten und Kontaktpersonen waren vor allem zu Beginn des Ausbruchs unzureichend, und die Situation verbessert sich nur langsam.

Zusätzlich handelt es sich bei dem Erreger um eine andere, bisher kaum in Erscheinung getretene Ebola-Art, das Bundibugyo-Virus. Gegen dieses gibt es keinen Impfstoff und keine zugelassene Behandlung. Bis sie entwickelt werden, könnten noch Monate vergehen. Auch seine Eigenschaften sind weniger gut bekannt als jene des Zaire-Ebolavirus, das bisher die meisten und größten Ausbrüche verursachte.

Es ist bereits der 17. bekannte Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Während frühe Ausbrüche klein blieben, führen eine Reihe von Faktoren wie höhere Bevölkerungsdichte und größere Mobilität dazu, dass Ebola-Epidemien tendenziell mehr Menschen betreffen. Gleichzeitig sind das kongolesische Gesundheitssystem und die internationale Gemeinschaft besser darin geworden, solche Ausbrüche einzudämmen. Fachleute fürchten dennoch, dass die aktuelle Ebola-Epidemie sogar größer werden könnte als jene von 2014 in Westafrika, als mehr als 11 000 Menschen an Ebola starben.

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