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Parthenogenese: Erste Jungfernzeugung bei Hammerhaien nachgewiesen

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Ein seit Jahren in Gefangenschaft lebendes Hammerhai-Weibchen hat 2001 ein Haibaby zur Welt gebracht, ohne vorher von einem Männchen befruchtet worden zu sein. Dies haben Forscher der US-amerikanischen Nova-Southeastern-Universität in Florida und der Queen's-Universität Belfast anhand von genetischen Untersuchungen nun nachgewiesen.

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Hammerhai | Hammerhaie können Nachwuchs gebären, ohne vorher befruchtet worden zu sein.
Das Weibchen lebte zusammen mit zwei anderen weiblichen Hammerhaien seit seiner Jugend in einem Aquarium des Henry-Doorly-Zoos in Omaha, als Zooangestellte vor sechs Jahren seine Schwangerschaft bemerkten. Da alle drei Haie schon lange vor ihrer Geschlechtsreife eingefangen worden waren und seither keinerlei Kontakt mit männlichen Haien gehabt hatten, schloss sich eine normale Befruchtung des Hais prinzipiell aus.

Untersuchungen der drei Haiweibchen ergaben zudem, dass keines von ihnen männliche Geschlechtsteile entwickelt hatte und so möglicherweise an der Entstehung des Jungen mitgewirkt haben könnte. Von solchen Verzwitterungen ist in seltenen Fällen schon berichtet worden. Hier jedoch konnten Paulo Prodöhl von der Queen's-Universität und seine Kollegen einen solchen Vorfall definitiv ausschließen.

Genetische Tests von Mutter und Kind ergaben zudem, dass das Erbmaterial beider nahezu identisch war. Die Forscher gehen daher davon aus, dass das Jungtier durch eine Verschmelzung von zwei Kernen entstand, bevor die Zellteilung im Rahmen der Meiose abgeschlossen war. Dies würde auch das weibliche Geschlecht des Junghais erklären.

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Weiblicher Hammerhai im Henry Doorly Zoo von Omaha | Jungerfernzeugung oder Parthenogenese ist inzwischen in allen Wirbeltieren außer den Säugern nachgewiesen.
Der junge Hammerhai, der inzwischen anderen Fischen in seinem Aquarium zum Opfer fiel, ist der erste nachgewiesene Fall einer solchen Jungferzeugung bei Knorpelfischen. Fälle ungewöhnlicher Schwangerschaften in männerloser Gefangenschaft gab es allerdings schon öfter. Bislang jedoch hatte man immer vermutet, dass die Weibchen vor ihrer Gefangennahme befruchtet worden waren und die Samen in ihrem Körper hatten speichern können.
24.05.2007

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 24.05.2007

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