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Australien: Erste Katarakt-OP bei Tasmanischem Teufel geglückt

Ältere Menschen entwickeln oft grauen Star. Nun entdeckten Mediziner die Augenkrankheit erstmals bei einem Tasmanischen Teufel – und behandelten sie offenbar erfolgreich.
Tasmanischer Beutelteufel

Tierärzte in Australien haben erstmals einen Tasmanischen Teufel auf Grund eines grauen Stars operiert – und dem Tier namens »Derrick« damit sein Augenlicht zurückgegeben. Das elf Monate alte Jungtier wird von der Organisation Aussie Ark per Hand in einem Schutzgebiet bei Sydney aufgezogen. Sein Pfleger habe vor einiger Zeit kleine weiße Punkte in den Augen seines Schützlings bemerkt, teilte die Organisation mit. Die Flecken seien schnell größer geworden, so dass Derrick kaum noch sehen konnte. Ein Veterinär diagnostizierte grauen Star, auch Katarakt genannt.

Bei der Erkrankung trübt sich die Linse im Auge nach und nach ein. In der Folge lässt das Sehvermögen nach, Betroffene sehen wie durch einen Schleier. Unbehandelt kann grauer Star auch zur Erblindung führen. Die Augenerkrankung tritt relativ häufig bei älteren Menschen auf. Etwa 20 Prozent der 65- bis-74-Jährigen sind Studien zufolge betroffen, bei den über 74-Jährigen ist sind es bereits mehr als 50 Prozent. Auch Hunde entwickeln oft grauen Star, bei Tasmanischen Teufeln sei die Krankheit bislang allerdings noch nie beobachtet worden, heißt es von Seiten der australischen Tierschutzorganisation.

Um Derrick vor dem Erblinden zu bewahren, führten Ärzte der Eye Clinic for Animals in Sydney einen Eingriff durch, der heute klassischerweise bei Katarakten zum Einsatz kommt. Dabei saugten sie den Linsenkern mittels einer mit Ultraschall angeregten Kanüle ab, anschließend setzten sie eine künstliche Linse ein. Das Sehvermögen des Tasmanischen Teufels hat sich dadurch wieder verbessert: »Es geht ihm gut! Er hat alle Tests seines Veterinärteams bestanden«, erklärte ein Sprecher von Aussie Ark.

Tasmanische Teufel, auch Beutelteufel (Sarcophilus harrisii) genannt, leben heute nur noch auf der australischen Insel Tasmanien. Da die Tiere nach intensiver Bejagung kurz vor dem Aussterben standen, werden die seit 1941 geschützt. (dam)

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