Direkt zum Inhalt

Brand im brasilianischen Nationalmuseum: Erste Schätze aus der Asche geborgen

Die Überreste von »Luzia« lagen mehr als 11 000 Jahre in einer Höhle im Südosten Brasiliens, bis Forscher sie dort 1975 ausgruben. Jetzt wurden ihre Knochen ein zweites Mal gerettet: aus den Resten des Nationalmuseums von Rio de Janeiro.
Brennendes Naturkundemuseum in Rio de Janeiro

Nur die Außenmauern standen noch, vom Inneren des Museums und seinen Schätzen blieb kaum etwas übrig. In der Nacht vom 2. auf den 3. September 2018 zerstörte ein Großbrand das Nationalmuseum in Rio de Janeiro und mit ihm wohl einen großen Teil der rund 20 Millionen Exponate, darunter Tonbandaufnahmen ausgestorbener Sprachen und die weltweit bedeutendste Sammlung von Flugsauriern. Verloren schienen zunächst auch der Schädel sowie die Hüfte von »Luzia«, mehr als 11 000 Jahre alt und damit einer der ältesten Funde menschlicher Fossilien auf amerikanischem Boden. Doch sie lagerten anscheinend in einem Metallschrank und konnten von dort wieder geborgen werden, meldet das Fachmagazin »Science« auf seiner Website.

Die fossilen Überreste einer jungen Frau, die vor mehr als 11 000 Jahren in Südamerika lebte, galten nach dem Brand im Nationalmuseum von Rio de Janeiro im September 2018 zunächst als verschollen. Laut Medienberichten lagerten sie während des Brands jedoch in einem Metallschrank und haben das Feuer einigermaßen unversehrt überstanden.
Schädelstücke von »Luzia«

Einige Teile seien zwar zerbrochen, da der Klebstoff, der sie zusammenhielt, im Feuer geschmolzen war. Der Schaden sei aber geringer als erwartet, wird die Archäologin Claudia Carvalho zitiert, die die Bergungsarbeiten im Museum leiten soll. Der Schädel und ein Stück des Oberschenkelknochens hätten aus Sicherheitsgründen im Erdgeschoss isoliert in einem Metallschrank gelegen. Einen mehr als 5000 Kilogramm schweren Eisenmeteoriten habe man ebenfalls aus einem Metallschrank bergen können.

Das gibt Hoffnung, dass weitere Schätze das Feuer überstanden haben könnten. Einige wurden offenbar von Museumsmitarbeitern noch aus dem brennenden Hauptgebäude gerettet, und die Sammlungen in Nachbargebäuden seien vom Feuer verschont geblieben. Doch das Schicksal der meisten Stücke gilt noch als ungewiss. Zunächst müssten die verbliebenen Mauern gesichert werden; erst 2019 könne man den Schaden vollständig einschätzen und mit der Sanierung beginnen. Seit Langem sollen Wissenschaftler davor gewarnt haben, dass das vor 200 Jahren gegründete Museum gegen einen Brand nicht gewappnet sei. Aber es habe dafür keine Mittel erhalten, und eine kürzlich erteilte Zusage für einen Kredit sei offenbar zu spät gekommen.

Lesermeinung

Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren. Wir lesen Ihre Zuschrift, bitten jedoch um Verständnis, dass wir nicht jede beantworten können.

Partnervideos