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Sonnensysteme: Erster Exomond entdeckt?

Astronomen ist es offenbar erstmalig gelungen, einen Begleiter zu entdecken, der um einen Planeten außerhalb des Sonnensystems kreist. Dieser neptungroße Exomond kreist um den Planeten Kepler-1625b in 4000 Lichtjahren Entfernung. Die Beobachtung muss noch bestätigt werden.
Künstlerische Darstellung eines Exomondes. Sieht aus wie zwei Gasplaneten nebeneinander.

Derzeit sind knapp 4000 Exoplaneten bekannt. Unter dieser Vielfalt sollten einige auch von Monden umkreist werden. Nun scheint der erste der als Exomonde bezeichneten Himmelskörper entdeckt worden zu sein. Wie die Astronomen Alex Teachey und David M. Kipping in »Science Advances« berichten, kreist der noch namenlose Mond um den Gasplaneten Kepler-1625b. Dieser einige Jupitermassen schwere Exoplanet umläuft seinen Heimatstern in Sonne-Erde-Distanz. Auch der neu entdeckte Mond ist kein Winzling, sondern hat etwa Masse und Größe des Gasplaneten Neptun. Neptun ist viermal größer als die Erde und vierzehnmal größer als der Erdmond – ein ganz schöner Brocken für einen Mond! Das System ist rund 4000 Lichtjahre entfernt.

Für ihre Entdeckung nutzten die beiden Forscher die Transitmethode, mit der bereits rund zwei Drittel aller Exoplaneten entdeckt wurden. Hierbei sind die Sonnensysteme relativ zur Erde so orientiert, dass der Planet vor dem Stern vorüberzieht und ihn zeitweise verdunkelt. Diese Suchmethode für fremde Welten hat das NASA-Teleskop Kepler perfektioniert. In einer Gruppe von 284 Transit-Planeten fiel Kepler-1625b aus der Reihe, weil Helligkeitsabfall und -anstieg ein merkwürdiges Verhalten zeigten. Grund genug für Teachey und Kipping, sich das System mit den scharfen Augen des Weltraumteleskops Hubble genauer anzuschauen. Bei einer 40-stündigen Beobachtungskampagne entdeckten sie, dass etwa 3,5 Stunden nachdem der eigentliche Durchgang des Planeten vorbei war, eine weitere Verdunklung stattfand. Irgendein Himmelskörper musste da zusätzlich in die Schusslinie geraten sein – aber welcher?

Neben der Zusatzverdunklung verrät sich ein Exomond durch einen weiteren Effekt: Der Zeitpunkt, wann die Verdunklung seines Planeten einsetzt, wird durch die Gravitation des Mondes verändert. Tatsächlich trat der Planetentransit rund 80 Minuten früher ein als erwartet. Zusatzverdunklung und verfrühter Planetendurchgang zusammen werden nun so interpretiert, dass der Planet von einem Mond umkreist wird, der ebenfalls das Sternenlicht schluckt. »Der Mond folgt dem Planeten wie ein Hund seinem Herrchen«, erklärt Kipping. Um ganz sicher auszuschließen, dass es sich doch um einen normalen Exoplaneten handelt, sollen nun Nachfolgebeobachtungen stattfinden, um die erste Entdeckung eines Exomonds zu bestätigen.

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