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News: Erstes Licht für das größte Teleskop der Welt

Am 13. Juli 2007 fiel das erste Sternenlicht auf den jungfräulichen Hauptspiegel des Gran Telescopio Canarias (GTC). Das derzeit größte Teleskop der Welt befindet sich seit 1999 in Bau und wird erst im Mai 2008 endgültig fertig gestellt.
Das Observatorio del Teide auf Teneriffa und das Observatorio del Roque de los Muchachos auf La Palma bestehen jeweils aus mehreren Teleskopen und anderen Instrumenten, die sechzig wissenschaftliche Organisationen aus siebzehn Ländern betreiben. Alle zusammen bilden das European Northern Observatory (ENO).

Seit dem 13. Juli 2007 ist ein weiteres Teleskop des ENO bedingt einsatzbereit. Das 130 Millionen Euro teure GTC mit einem Durchmesser von 10,5 Metern befindet sich auf dem 2400 Meter hohen Roque de los Muchachos auf La Palma. Es ist jedoch noch nicht ganz fertig gestellt. Da sich ein Hauptspiegel dieser Größe nicht aus einem Stück fertigen lässt, weil er sich unter seinem eigenen Gewicht verformen würde, wird dieser beim GTC aus einzelnen Segmenten zusammengesetzt. Erst zwölf der insgesamt 36 Einzelspiegel wurden bisher montiert. Die Montage der restlichen Spiegelelemente soll im Mai 2008 abgeschlossen sein. Erst ab diesem Zeitpunkt können die Astronomen mit der wissenschaftlichen Arbeit am Teleskop beginnen. Auch wenn erst ein Drittel aller Einzelspiegel montiert ist, können die Wissenschaftler schon jetzt erste Tests der Optik durchführen.
Der Hauptspiegel des GTC | Der Hauptspiegel des Gran Telescopio Canarias (GTC) ist derzeit mit nur zwölf der geplanten 36 Spiegelelemente ausgestattet. Bis 2008 werden weitere 24 Elemente montiert. Mit einem Hauptspiegel von 10,5 Metern Durchmesser ist das GTC dann das größte Teleskop der Welt.
Der spanische Thronerbe, Prinz Felipe, war höchstpersönlich zu der feierlichen „First Light“- Zeremonie am 13. Juli 2007 angereist. Er richtete das Teleskop auf den Polarstern, dessen Licht dann auf den fertigen Teil des Hauptspiegels fiel. Von dort gelangte es auf den Sekundärspiegel und wurde schließlich zu einem Detektor reflektiert, der es in elektrische Signale umwandelte. Das erste Bild eines astronomischen Objekts erschien kurz darauf auf den Monitoren des Observatoriums. Nach seiner Fertigstellung wird das GTC den ersten Platz in der Rangliste der größten Einzelteleskope der Welt einnehmen.

Die Universität von Florida ist die einzige US-amerikanische Institution, die sich am Bau des Teleskops beteiligte. Sie trug fünf Millionen US-Dollar zur Finanzierung des Mammutprojekts bei und erhält fünf Prozent der verfügbaren Beobachtungszeit. „Dies ist eins der größten internationalen Projekte, an denen unsere Universität beteiligt ist“ , sagte der Vorsitzende der astronomischen Fakultät, Stan Dermott.

Ein Team – bestehend aus vierzig Astronomen aus den USA, Spanien, Frankreich und England – bereitet zurzeit eine Beobachtungskampagne namens GOYA (Galaxy Origins and Young Assembly) vor. Sie planen, mit dem GTC das junge Universum zu beobachten und den Ursprung der Galaxien zu erforschen. Dazu schauen sie mit dem GTC so weit in die Vergangenheit des Kosmos zurück, wie es ihnen bisher nicht möglich war.

AK

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