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Komplizierte Kugelsternhaufen: Erstes stellares Schwarzes Loch in Omega Centauri entdeckt

Ein neu entdecktes Schwarzes Loch von wenigen Sonnenmassen im Kugelsternhaufen Omega Centauri könnte der Schlüssel zu einer verborgenen Population dieser Objekte im Milchstraßensystem sein.
Omega Centauri
Rund zehn Millionen Sterne enthält der größte Kugelsternhaufen des Milchstaßensystems. Mindestens einer von ihnen umrundet in 94 Jahren ein unsichtbares Schwarzes Loch.

Ein Forschungsteam um den Astronomen Matthew Whitaker von der Universtity of Utah hat ein stellares Schwarzes Loch entdeckt, das sich in einem der massereichen Kugelsternhaufen im Milchstraßensystem, Omega Centauri, verbirgt. Die Gruppe ging davon aus, dass der Kugelsternhaufen voller Schwarzer Löcher mit nur wenigen Sonnenmassen sei, doch bislang ließen sich diese nicht auffinden.

Das Team wertete Archivdaten aus mehr als 20 Jahren des Hubble-Weltraumteleskops sowie neuere Messungen des James-Webb-Weltraumteleskops aus. Es suchte nach subtilen Bewegungen einzelner Sterne innerhalb von Omega Centauri, der etwa 17 700 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt und rund zehn Millionen Sterne enthält. Ein Stern stach dabei besonders ins Auge. Er schien ein unsichtbares Objekt zu umkreisen, dessen Masse weit über seiner eigenen lag – ein eindeutiges Anzeichen für ein Schwarzes Loch.

Das Schwarze Loch mit der Bezeichnung oMEGACat BH-2 kommt der Analyse zufolge auf etwa die 4,46-fache Sonnenmasse. Während frühere Untersuchungen bereits ein Schwarzes Loch mit »mittlerer Masse« von einigen Tausend Sonnenmassen im Zentrum von Omega Centauri aufgedeckt hatten, ist oMEGACat BH-2 das erste von möglicherweise vielen kleineren Schwarzen Löchern – den sogenannten stellaren Schwarzen Löchern –, die in diesem Kugelsternhaufen gefunden wurden.

»Wir haben schon lange vermutet, dass Omega Centauri eine große Population von stellaren Schwarzen Löchern enthält, aber dies ist das erste Mal, dass wir eines nachweisen konnten, was uns zuversichtlich stimmt, dass wir möglicherweise auch weitere entdecken können«, so Whitaker. Der Stern, der oMEGACat BH-2 umkreist, benötigt etwa 94 Jahre für einen vollständigen Umlauf – die längste Umlaufzeit, die je für ein derartiges System gemessen wurde, schreiben die Forscher. »Für mich ist diese Entdeckung einer der ersten Tropfen in einem möglicherweise bald einsetzenden stetigen Strom von Entdeckungen, die mit derselben Methode erzielt werden«, meint Whitaker.

Whitaker geht davon aus, dass in künftigen Datenveröffentlichungen des Gaia-Weltraumobservatoriums der Europäischen Weltraumorganisation weitere Schwarze-Loch-Stern-Paare in der gesamten Milchstraße auftauchen werden. Und »eine noch größere Anzahl« könnte mit dem kommenden Nancy-Grace-Roman-Weltraumteleskop gefunden werden, das den Himmel »mit Hubble-ähnlicher Präzision« abbilden wird. Die Ergebnisse wurden am 13. Juli 2026 im Fachjournal »Astrophysical Journal Letters« veröffentlicht.

  • Quellen

Whitacker, M., The Astrophysical Journal Letters 10.3847/2041–8213/ae7a5c, 2026

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