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Meeresbiologie: Erstmals Echolokalisierung bei Schnabelwalen dokumentiert

Schnabelwale setzten offenbar in einer Tauchtiefe zwischen 200 und mehr als 1000 Metern hochfrequente Klicklaute ein, um ihre Beute aufzuspüren. Dies zeigten Tonaufnahmen der Forscher um Mark Johnson von der Woods Hole Oceanographic Institution, denen es erstmals gelang die Echolokalisierung wildlebender Schnabelwale zu dokumentieren.

Die Wissenschaftler hatten im Oktober und im September 2003 vor den Kanarischen Inseln und im Ligurischen Meer zwei Blainville-Schnabelwale (Mesoplodon densirostris) und zwei Cuvier-Schnabelwale (Ziphius cavirostris) mit winzigen Aufnahmegeräten versehen, welche Laute, Tauchtiefe und Position der Tiere registrierten. Ab einer Tiefe von zweihundert Metern begannen die Meeressäuger im Ultraschallbereich eine große Zahl kurzer Klicklaute auszustoßen, deren Frequenzen mit mehr als zwanzig Kilohertz außerhalb des menschlichen Hörvermögens lagen. Erstmals konnte in freier Wildbahn auch der von der Beute reflektierte Schall aufgenommen werden.

Die tief tauchenden Zahnwale gehörten bisher zu den am wenigsten untersuchten Meeressäugern. Massenstrandungen von Schnabelwalen, die, wie beispielsweise zwischen 1985 und 2002 in sechs Fällen vor den Kanarischen Inseln, häufig zeitgleich mit Marinemanövern auftraten, lassen einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Ereignissen vermuten. Die Studie liefert wichtige Anhaltspunkte, welche Frequenzen sich auf die Tiere möglicherweise schädlich auswirken.

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