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Neurobiologie: Erwachsene lernen Grundzüge einer Fremdsprache schneller als vermutet

Bereits nach durchschnittlich nur 14 Stunden Unterricht hat ein Erwachsener grundlegende Eigenschaften von Wörtern einer neu zu erlernenden Sprache so erfasst, dass er sicher bestehende Wörter von Pseudowörtern unterscheiden kann. Dies zeigten Messungen der ereigniskorrelierten Potenziale (ERP) bei Studenten eines Französischkurses an der Universität von Washington in Seattle.

Judith McLaughlin und ihre Kollegen hatten die Teilnehmer des Sprachkurses und Kontrollpersonen, die keine Französischkenntnisse besaßen, zu einem Test gebeten. Die Freiwilligen sollten bei Wortpaaren entscheiden, ob der zweite Begriff wirklich existiert oder eine Erfindung darstellt. Das Erkennen eines falschen Wortes zeigt sich in den ERPs im Ausmaß eines negativen Peaks, der 400 Millisekunden nach der Präsentation eines Wortes auftritt: Die Amplitude ist bei auszusprechenden und orthografisch möglichen, aber nicht existierenden Begriffen am größten und am geringsten bei bestehenden Begriffen, die auf ein inhaltlich zusammenhängendes Wort folgen.

Bei den Kontrollpersonen zeigten sich über die Wochen hinweg keinerlei Änderungen in diesem speziellen Signal, die Teilnehmer waren also nicht in der Lage, richtige von erfundenen Wörtern zu unterscheiden. Bei den Sprachkursteilnehmern hingegen zeigte sich bereits nach wenigen, im Durchschnitt 14 Stunden eine Veränderung in dem Signal, was darauf hindeutet, dass sie existierende und nicht existierende Begriffe differenzieren konnten. Verantwortlich dafür scheint vor allem der äußere Worteindruck, wie das Auftreten bestimmter Vokale und anderer Merkmale zu sein, erst in einer späteren Phase spielte auch die nun bekannte Bedeutung der Beispiele eine Rolle.
15.06.2004

Dieser Artikel ist enthalten in Spektrum - Die Woche, 15.06.2004

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