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Klima: Erwärmung der Meere steigert Hurrikanaktivität

Schon lange sind sich die meisten Klimatologen sicher, dass hinter der Zunahme der Hurrikanaktivität in jüngster Zeit ein Anstieg der Meerestemperatur im Nordatlantik steckt. Allerdings beruhte diese Überzeugung bisher nur auf qualitativen Überlegungen. Nun haben Wissenschaftler vom University College in London erstmals auch quantitative Belege dafür geliefert.

Mark Saunders und Adam Lea konstruierten aus experimentellen Daten über Wassertemperaturen und Windfelder ein statistisches Modell, das die Schwankungen der Hurrikanintensität zwischen 1965 und 2005 zu 75 bis 80 Prozent reproduziert. Dann ließen sie die Windkomponente weg und konnten so ermitteln, welchen Beitrag die Temperatur der Meeresoberfläche allein leistet. Demnach hat die Erwärmung des Nordatlantik rund 40 Prozent der Zunahme in der Hurrikanaktivität zwischen 1996 und 2005 verursacht. Der Rest ging auf das Konto natürlicher Schwankungen in der Atmosphärenzirkulation; dazu dürfte insbesondere ein Übergang der Atlantischen Multidekadischen Oszillation von ihrer jahrzehntelangen negativen in eine positive Phase zählen.

Generell fanden die Forscher eine starke Empfindlichkeit der Hurrikanaktivität gegenüber Änderungen der Meerestemperatur. Schon eine Erwärmung um ein halbes Grad erhöht demnach die von Wirbelstürmen freigesetzte Energie um etwa 40 Prozent. Nachdem Klimamodelle gezeigt haben, dass der vom Menschen verursachte Treibhauseffekt die Meerestemperatur steigen lässt, belegen die Ergebnisse von Saunders und Lea nun, dass er dadurch zugleich auch für mehr verheerende Hurrikane sorgt.

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