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Stammzellforschung: Ethisch akzeptable Gewinnung von embryonalen Stammzellen entwickelt?

Wissenschaftler des Whitehead-Instituts für Biomedizinische Forschung haben eine neue Methode entwickelt um embryonale Stammzellen zu gewinnen. Sie arbeiten mit Embryonen, die so verändert wurden, dass sie sich nicht im Uterus einer Frau einnisten können.

Die Forscher um Rudolf Jaenisch und Alex Meissner entwickelten eine Variante des somatischen Zellkerntransfers. Bei diesem wird der Nukleus einer Körperzelle in eine entkernte Eizelle eingesetzt. Anschließend wird die Eizelle so stimuliert, dass sie beginnt, sich zu teilen, wodurch embryonale Stammzellen entstehen.

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Stammzellen ohne Einnistungspotenz | Durch das Ausschalten des Cdx2-Gens ensteht eine Blastozyte, die nicht mehr in der Lage ist, sich zu einem vollständigen Embryo zu entwickeln.
Jaenisch und sein Team haben nun bei ihrer neu entwickelten ANT-Methode (altered nuclear transfer) innerhalb des somatischen Zellkerns das Gen Cdx2 ausgeschaltet. Es kodiert für ein Protein, das für die Ausbildung des Trophektoderms benötigt wird, einer Zellschicht, mit der sich der Embryo an die Uteruswand anbinden kann. Durch diesen Eingriff entstanden beim nachfolgenden somatischen Zellkerntransfer Stammzellen, die sich nicht zu einem vollständigen Menschen weiterentwickeln konnten.

Morphologisch gesehen waren diese Stammzellen, welche die Forscher aus Mäusen gewannen, allerdings abnorm. Jaenisch betont jedoch, dass sie sich ohne Probleme in verschiedene Zelltypen ausdiffernzieren konnten. Zudem könnten die Forscher das ausgeschaltete Gen auch wieder aktivieren, um auch solche Anwendungen zu ermöglichen, die auf Funktionen von Cdx2 zurückgreifen müssten.

Durch die Anwendung der ANT-Methode verlieren die Embryonen nach Ansicht von Rudolf Jaenisch den Status potenzieller menschlicher Wesen, da ihnen die Fähigkeit fehlt, sich zu einem lebensfähigen Organismus zu entwickeln. Eine Forschung mit ihnen sei darum ethisch weniger heikel als bei der bislang genutzten Methode des somatischen Zellkerntransfers. Ethiker kritisieren, dass der Verbrauch von Embryonen bei der Forschung an embryonalen Stammzellen auf Grund ihrer Potenzialität problematisch sei.

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