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Trotz Brexit: EU finanziert britisches Fusionsexperiment bis 2020

Gute Nachricht auch für ITER: Der größte Fusionsreaktor der Welt kann weitermachen. Der Joint European Torus nahe Oxford bekommt 100 Millionen Euro aus EU-Mitteln.
Ein wichtiger Schritt hin zu einem Fusionskraftwerk ist der Kernfusionsreaktor ITER in Frankreich. Der auf dem Tokamak-Prinzip beruhende Forschungsreaktor soll erstmals 2027 ein Wasserstoffplasma erzeugen.Laden...

In beinahe letzter Minute haben die EU und Großbritannien sich geeinigt, die derzeit weltweit größte Anlage zur Kernfusionsforschung weiter zu betreiben. Mit weiteren 100 Millionen Euro an EU-Mitteln über die nächsten zwei Jahre kann der Joint European Torus (JET) bis Ende 2020 weiter betrieben werden – unabhängig davon, ob Großbritannien die EU mit oder ohne weiterführende Vereinbarungen verlässt. Beide Seiten unterzeichneten eine Verlängerung des JET-Vertrags, der nicht nur die geplanten Fusionstests 2020 ermöglicht, sondern auch 500 Arbeitsplätze am Culham Centre for Fusion Energy (CCFE) südlich von Oxford vorerst sichert.

Zusätzlich beinhaltet der Vertrag die Option, das Zentrum bis 2024 weiter zu betreiben. Dass JET den Brexit vorerst unbeschadet übersteht, ist auch eine gute Nachricht für den im Bau befindlichen Fusionsreaktor ITER in Südfrankreich, der im Wesentlichen eine vergrößerte Version des ebenfalls mit Deuterium und Tritium betriebenen JET wird. Bauelemente von ITER, wie zum Beispiel die Auskleidung des Reaktors aus Wolfram und Beryllium, werden am JET getestet – und es gibt weltweit keine andere vergleichbare Anlage, an der das möglich wird. Allerdings ist die Zukunft des JET nach 2020 ungewiss – nicht nur wegen des Brexit, sondern auch, weil dann eine neue EU-Finanzierungsrunde ansteht.

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