Exoplaneten: Dritter Planet beim erdnächsten Stern bestätigt

Unser nächster Stern nach der Sonne – der 4,2 Lichtjahre von uns entfernte Rote Zwerg Proxima Centauri – macht wieder auf sich aufmerksam: Einer Gruppe um João Faria vom portugiesischen Instituto de Astrofísica e Ciências do Espaço gelang nun der eindeutige Nachweis eines dritten Planeten. Proxima Centauri d umrundet sein Zentralgestirn in 5,12 Tagen und ist im Mittel 0,029 Astronomische Einheiten oder 4,35 Millionen Kilometer von ihm entfernt. Er kommt auf etwa ein Viertel der Erdmasse oder das 2,5-Fache der Marsmasse. Durch den geringen Abstand zum Zwergstern ist Proxima Centauri d allerdings deutlich zu heiß für lebensfreundliche Bedingungen auf seiner Oberfläche.
Schon vor rund zwei Jahren gab es erste Hinweise auf diesen Planeten, nun haben sich die Indizien erhärtet. Der Planet wurde mit der Radialgeschwindigkeitsmethode gefunden, bei der man im Spektrum des Sterns nach feinsten periodischen Schwankungen in der Bewegung relativ zu uns fahndet. Eingesetzt wurde hierfür der Präzisionsspektrograf ESPRESSO am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile. Erst nachdem sich die Gruppe um Faria sicher war, dass die äußerst geringen Signale nicht auf eine Eigenart des Roten Zwergs selbst zurückgehen, veröffentlichte sie ihre neuen Ergebnisse in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics.
Einen ersten Planeten bei Proxima Centauri hat man bereits vor mehr als fünf Jahren aufgespürt. Diese etwa erdgroße Welt umrundet den Zwergstern in einem Abstand, der zumindest theoretisch die Anwesenheit von flüssigem Wasser auf der Oberfläche für lange Zeiträume erlauben würde. Allerdings durchläuft Proxima Centauri immer wieder heftige Strahlungsausbrüche, die über lange Zeiträume hinweg eine Atmosphäre um Proxima Centauri b zerstören könnten.
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